Russland importiert Benzin aus Indien: Hintergründe zur Treibstoffkrise und zur Raffinerie-Kooperation.
So funktioniert die Raffinerie-Schiene für russisches Öl
Nach Angaben von Espreso.tv: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Details zu einer Operation offengelegt, bei der die indische Firma Nayara Energy russisches Rohöl verarbeitet und die Produkte über eine sogenannte 'Schattenflotte' ausführt. Bemerkenswert ist, dass 49,13 Prozent der Anteile an Nayara Energy dem russischen Staatskonzern Rosneft gehören. Diese Partnerschaft gibt Moskau weiterhin Einfluss auf die Ölströme, trotz internationaler Sanktionen. Zeitgleich kämpft Russland selbst mit einer Treibstoffknappheit, die zu langen Schlangen an Tankstellen führte und das Land dazu zwang, Benzin aus Asien zu importieren.
Kraftstoffmangel und die ersten Importe per Schiff
Am 6. Juni verließ der Tanker AGNI einen Terminal von Nayara Energy mit 67.500 Tonnen Erdölprodukten. Später wurde die Ladung auf hoher See auf den Tanker GARNET umgeladen – ein klares Zeichen für die Nutzung maritimer Routen, um traditionelle Lieferketten zu umgehen.
Die Treibstoffkrise in Russland zeichnete sich bereits Ende Mai ab. Am 17. Juni kündigte Moskau an, Benzin auf dem Seeweg aus asiatischen Ländern zu importieren – ein erster Schritt zur Sicherung alternativer Quellen. Bereits am 1. Juli begannen die ersten Schiffslieferungen aus Indien; mindestens 60.000 Tonnen Treibstoff wurden seither mit zwei Tankern auf den Weg gebracht.
Die Verzweiflung der Bevölkerung spiegelt sich in den Suchanfragen wider: Im Juni verdreifachte sich bei der russischen Suchmaschine Yandex die Zahl der Anfragen nach 'wie stellt man Benzin her'. Dies zeigt, dass die Menschen nach eigenen Lösungen für die Versorgungsengpässe suchen.
Insgesamt verdeutlicht die Treibstoffknappheit in Russland zusammen mit dem verstärkten Import aus Asien einen tiefgreifenden Wandel auf dem Energiemarkt, der weitreichende wirtschaftliche Folgen haben könnte.
Diese Entwicklung unterstreicht die doppelte Belastung Russlands durch internationale Sanktionen und interne wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Neuausrichtung der Lieferketten und die Erschließung alternativer Importrouten könnten zu zentralen Bausteinen einer Strategie werden, um eine noch tiefere Wirtschaftskrise abzuwenden.
Lesen Sie auch
- Moskau setzt auf Bußgelder: 300 Milliarden Rubel Einnahmen für 2026 geplant
- Neue Öl-Export-Tricks: Kreml setzt auf indische Firma Nayara Energy – Geheimdienst enthüllt Details
- Ukrainische Drohnen zerstören russische Heiligenreliquien an der Front – Drei Offiziere getötet
- Kraftstoffmangel in Russland: Putin räumt Probleme ein – Tankstellen schließen oder rationieren Sprit
- Ukrainische Wirtschaft schrumpft im ersten Kriegsjahr um 30 Prozent: Ex-Berater Ustenko über die größten Hürden und internationale Hilfe
- Betrug bei Kraftwerksreparaturen: Ukrainischer Geheimdienst deckt Veruntreuung von 10 Millionen Griwna auf

