Ukrainische Inflation klettert auf 8,2 Prozent: Diese Faktoren treiben die Preise besonders.
Preisentwicklung in der Ukraine: Mai 2023 im Überblick
Nach Angaben von Espreso.tv: Die Inflation in der Ukraine bleibt ein zentrales Wirtschaftsthema. Im Mai 2023 lag die Teuerungsrate bei 8,2 Prozent – ein leichter Rückgang gegenüber 8,6 Prozent im Vormonat. Allein im Mai stiegen die Preise um 0,9 Prozent, was den anhaltenden Aufwärtstrend bei Waren und Dienstleistungen unterstreicht. Der mit Abstand größte Treiber bleibt das Handelsbilanzdefizit: Mit 67 Milliarden US-Dollar pro Jahr übersteigt es 30 Prozent des ukrainischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Hauptursachen für den Preisanstieg
Die Verteuerung wird durch mehrere Faktoren angetrieben, darunter:
- Lebensmittel;
- Kraftstoffe für Fahrzeuge;
- Transportdienstleistungen.
Diese drei Bereiche machen mehr als 70 Prozent der Gesamtinflation aus. Die Spannweite der jährlichen Preisveränderungen reicht von minus 17 Prozent bei Gemüse bis zu plus 39 Prozent bei Treibstoff. Besonders deutlich zeigt sich der Druck bei den Erzeugerpreisen: Sie legten binnen Jahresfrist um 40 Prozent zu, wobei Energie mit einem Plus von 74 Prozent den stärksten Anstieg verzeichnete.
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Abwertung der ukrainischen Griwna. Im Mai betrug der Kursverlust gegenüber dem US-Dollar 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um die Inflation einzudämmen, plant der Staat zwischen 2022 und 2026 Ausgaben in Höhe von 330 Milliarden Griwna für geldpolitische Instrumente. Gleichzeitig ist die Kreditvergabe an die Wirtschaft auf nur 14 Prozent des BIP gesunken – einer der niedrigsten Werte weltweit.
Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat ihren Zeitplan für das Erreichen des Inflationsziels angepasst und verschiebt es von 2027 auf 2028. Dies verdeutlicht die Komplexität der Lage und die Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass ein umfassender Ansatz nötig ist – mit Fokus auf die Handelsbilanz, die Geldpolitik und die Preisdynamik.
Der leichte Rückgang der Inflation im Mai 2023 könnte auf erste positive Tendenzen hindeuten. Dennoch bleiben das hohe Handelsdefizit und die steigenden Energiepreise ernste Herausforderungen. Es ist entscheidend, dass der Staat und die Nationalbank weiterhin wirksame Schritte zur Stabilisierung der Wirtschaft unternehmen – etwa durch eine verbesserte Geldpolitik und den Ausbau heimischer Produktion. Ein erfolgreicher Kampf gegen die Inflation erfordert ein abgestimmtes Vorgehen aller staatlichen Institutionen.
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