Ausländische Investitionen in die Ukraine stiegen auf 4,2 Milliarden USD: Wohin fließen das Geld.
Nach Angaben von ТСН: Dies berichtete der CEO der Investmentgruppe „Molodist“, Anton Myronchuk.
Investoren in der Ukraine sehen strategisches Potenzial
Der Experte stellte fest, dass zu Beginn der Vollskaleninvasion Analysten einen signifikanten Rückgang der Investitionstätigkeit prognostizierten. Die statistischen Daten sprechen jedoch das Gegenteil: Die Investitionslandschaft hat sich nicht nur behauptet, sondern auch angepasst.
Während des Krieges in der Ukraine wurden Hunderte neuer Unternehmen mit ausländischem Kapital registriert - dies sind nicht nur Wohltätigkeitsfonds oder Stipendien, sondern Investitionen, die Gewinne bringen können. Sie bieten die finanziellen Ressourcen, Technologien und das Fachwissen, die für eine langfristige Wiederherstellung erforderlich sind.
Im Jahr 2023 stieg das Volumen der direkten ausländischen Investitionen auf 4,2 Milliarden USD.
Im Jahr 2024 - sank es auf 3,33–3,98 Milliarden USD.
Im ersten Quartal 2025 verzeichnete die NBU 178 Millionen USD an nettem Zufluss.
Darüber hinaus machen über 70% dieser Investitionen reinvestierte Gewinne internationaler Unternehmen aus und keine neuen „grünen“ Projekte.
„Investoren in der Ukraine sehen strategisches Potenzial. Ja, heute überwiegt die Reinvestition, aber die Tatsache, dass Unternehmen weiterhin in ihre ukrainischen Tochtergesellschaften investieren, zeigt ein hohes Maß an Vertrauen. Das ist das Fundament für den zukünftigen Investitionssprung nach dem Sieg“.
Der Westen und Kiew - neue Punkte des Wirtschaftswachstums
Einer der Schlüsseltrends ist der geografische Wandel der Investitionen. Sicherere Regionen im Westen der Ukraine werden allmählich zu Produktions- und Logistikzentren.
Nach Ansicht von Anton Myronchuk werden Regionen, die in der Lage sind, sich in europäische Lieferketten zu integrieren, für privates Kapital am attraktivsten. Kiew und die Region Kiew behalten den Status von internationalen Geschäftszentren, jedoch sind die Investitionen hier jetzt erheblich auf regionale Möglichkeiten fokussiert und nicht nur auf den Hauptstadtmarkt.
„Auf der Investitionskarte der Ukraine entsteht eine neue Logik: Unternehmen suchen nicht nur große Städte, sondern Regionen mit Wachstumspotenzial während des Wiederaufbaus. Und dieses Potenzial ist heute am offensichtlichsten im Westen des Landes und in der Region Kiew“.
Wohin fließen die Gelder: Prioritätssektoren
Ausländische Investoren investieren derzeit in Bereiche, die entscheidend für den wirtschaftlichen Wiederaufbau sind:
Infrastruktur und Energie: die EBRD plant, im Jahr 2025 nicht weniger als 1,5 Milliarden Euro zu investieren.
Bergbauindustrie: neue Abkommen mit den USA eröffnen Möglichkeiten für Investitionen in kritische Mineralien.
Industrie: westliche Regionen werden zu Standorten für neue Produktionsunternehmen.
Finanzen, Immobilien und IT: traditionelle Sektoren bleiben weiterhin interessant.
Aber, so Anton Myronchuk, gibt es auch Herausforderungen:
Mangel an Greenfield-Projekten;
Regulatorische Barrieren;
Währungsrisiken;
Bedrohung von Angriffen sogar in „relativ sicheren“ Regionen.
Was kommt als Nächstes: Investitionsfenster der Möglichkeiten nach dem Krieg
KSE prognostiziert, dass das Volumen der direkten ausländischen Investitionen bereits in den Jahren 2027–2028 10 Milliarden USD pro Jahr erreichen könnte. Analysten erwarten die Entstehung eines neuen „Industriegürtels“ in der Region Kiew sowie die Entwicklung von Logistik, Energie und dem Sektor kritischer Mineralien.
„Ausländische Investitionen sind jetzt keine vorübergehende Unterstützung, sondern eine strategische Wette auf die ukrainische Zukunft. Damit diese Wette aufgeht, sind kontinuierliche Reformen, der Schutz von Investoren und transparente Spielregeln erforderlich. Die Ukraine hat die Chance, ein neues Zentrum für wirtschaftliches Wachstum in Europa zu werden – und dieser Prozess hat bereits begonnen“.
Insgesamt sieht die Situation mit den Investitionen in der Ukraine optimistisch aus, insbesondere angesichts des schnellen Wachstums der Reinvestitionen. Obwohl Herausforderungen bestehen bleiben, wird das Verständnis für das strategische Potenzial des Landes bei internationalen Investoren zunehmend gestärkt. Dies könnte die Grundlage für die Schaffung eines neuen wirtschaftlichen Umfelds nach dem Ende der Kampfhandlungen sein.
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