Iran: 93 Millionen Menschen im digitalen Ausnahmezustand.
Das Land im totalen Internet-Lockdown
Nach Angaben von TSN.ua: Seit dem 8. Januar 2023 hat der Iran seine Bevölkerung nahezu vollständig vom globalen Netz abgeschnitten. Rund 93 Millionen Menschen sind betroffen. Die Regierung verfolgt dabei ein klares Ziel: den Übergang zu einem abgeschotteten, staatlich kontrollierten Intranet. Diese radikale Maßnahme hat die Kommunikation und den Informationsfluss im Land massiv eingeschränkt und zählt laut Experten zu den umfassendsten digitalen Blockaden der iranischen Geschichte.
Eine Rückkehr zum offenen Internet ist laut der Regierungsvertreterin Fateme Mohajerani nicht vor März 2026 zu erwarten. Diese langfristige Perspektive unterstreicht den systemischen Charakter der Kommunikationspolitik. Die Organisation Filterwatch bezeichnet die aktuelle Lage als die bisher massivste und ausgeklügeltste Kommunikationsblockade des Landes.
Ein fast vollständiges Informationsvakuum
Laut einem Bericht von Filterwatch herrscht im Iran ein beinahe vollständiges Informationsvakuum. Der Zugang zum Netz ist derzeit nur noch für folgende Bereiche möglich:
- staatliche Ressourcen,
- regimetreue Medien,
- Bankdienstleistungen,
- sowie eine begrenzte Anzahl von Plattformen für Handel, Medizin und Bildung.
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies enorme Schwierigkeiten, an Informationen zu gelangen oder alltägliche Angelegenheiten zu regeln. Die Maßnahme trifft die Bevölkerung in fast allen Lebensbereichen und schafft eine beispiellose Abhängigkeit von staatlich genehmigten Kanälen.
Die Situation ist daher höchst alarmierend. Der fehlende Internetzugang beschneidet nicht nur die Kommunikation, sondern hat auch gravierende Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Die langfristigen Folgen dieser digitalen Isolation sind kaum absehbar. Die Beschränkungen verdeutlichen zudem massive Probleme im Bereich der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit. In dem entstandenen Informationsvakuum wird selbst der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung erschwert, was das Wohlergehen der Menschen gefährdet. Diese Politik könnte soziale Spannungen weiter verschärfen, da die Unzufriedenheit in der von der Außenwelt abgeschotteten Bevölkerung wachsen dürfte.
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