Fähren außer Gefecht: Operation „Milchka“ soll Kertsch-Fährverkehr um 75 % reduziert haben.

Fähren außer Gefecht: Operation „Milchka“ soll Kertsch-Fährverkehr um 75 % reduziert haben
Fähren außer Gefecht: Operation „Milchka“ soll Kertsch-Fährverkehr um 75 % reduziert haben

Einbruch der Kapazität an der Kertsch-Fähre

Nach Angaben von Espreso.tv: Die für die russische Logistik wichtige Kertsch-Fähre hat offenbar einen schweren Schlag erlitten. Im Rahmen der als „Milchka“ bezeichneten Operation sollen vier Fähren außer Betrieb gesetzt worden sein, was die Gesamtkapazität um etwa drei Viertel verringert hat. Betroffen sind die Einheiten „Lawrenti“, „Panagia“, „Jeisk“ und „Maria“. Die „Jeisk“ wurde den Angaben zufolge am 12. und 13. Juli beschädigt, die „Maria“ war im Juli mehrfach unter Beschuss geraten. Die Fähren „Lawrenti“ und „Panagia“ haben ihre Eigenantriebsfähigkeit verloren. Jede dieser Fähren kann je nach Größe und Gewicht zwischen 8 und 15 Fahrzeuge transportieren, wie Robert Madyar, der Kommandeur der ukrainischen Drohnenkräfte, mitteilte.

Ein Großteil des Verkehrs, rund 80 %, wurde zuvor vom russischen Verteidigungsministerium abgewickelt. Die tägliche Durchlassfähigkeit der vier zuletzt aktiven Fähren lag zwischen 180 und 250 Fahrzeugen. Dieser Ausfall könnte die Nachschubwege für die russischen Streitkräfte in der Region erheblich beeinträchtigen.

Gefechte und Beschuss in mehreren Grenzregionen

Am 19. Juli um 16:00 Uhr wurden die ukrainischen Verteidigungsstellungen nach offiziellen Angaben 60 Mal vom Aggressor angegriffen. Besonders betroffen war die Grenzregion Sumy, wo Artilleriebeschuss auf folgende Ortschaften niederging:

  • Tovstodubove
  • Neskuchne
  • Hirky
  • Ryschivka
  • Wolffyne
  • Pustohorod
  • Bunjakyne
  • Suchodil
  • Ulanove
  • Tschujkiwka
  • Chodyne
  • Batschiwsk
  • Iskryskivshchyna
  • Korenok
  • Luschky

Aus der Region Tschernihiw wurden die Orte Kljussy, Dibrowa und Bohdanowe unter Beschuss gemeldet.

Die Kämpfe konzentrieren sich weiterhin auf die nördliche Sloboda- und die Kursk-Richtung, wo es 25 Beschussvorfälle gab. An der südlichen Sloboda-Front versuchte der Feind siebenmal, die ukrainischen Linien zu durchbrechen. Im Raum Lyman wurden sechs feindliche Vorstöße abgewehrt. An der Slowjansk-Front zählte man 14 Angriffe, an der Kramatorsk-Front einen Angriff nahe Nykoforiwka. Bei Kostjantyniwka wehrten die Verteidiger sieben Attacken ab. Den stärksten Druck gab es an der Pokrowsk-Richtung mit 15 Angriffsversuchen, gefolgt von der Huljajpole-Richtung mit sieben. Ein einzelner Angriff wurde aus der Orichiw-Richtung gemeldet. Für die Frontabschnitte Kupjansk, Dnipro und Oleksandriwka wurden keine offensiven Handlungen des Gegners verzeichnet.

Das Spezialoperationszentrum „Alpha“ des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) vermeldete, im ersten Halbjahr 2026 über 50.000 russische Soldaten neutralisiert zu haben. Die Lage bleibt angespannt, die ukrainischen Kräfte wehren die Angriffe weiterhin aktiv ab.

Der massive Kapazitätsverlust der Kertsch-Fähre könnte die russische Militärlogistik in der Region empfindlich stören, da sie eine zentrale Nachschubroute darstellte. Dies könnte die Position des Aggressors an der Front schwächen. Die anhaltenden intensiven Gefechte an vielen Abschnitten zeigen jedoch, dass der Krieg unvermindert weitergeht und die Unterstützung für die ukrainischen Verteidiger weiterhin entscheidend ist.


Lesen Sie auch

Werbung