Ukrainische Drohnen legen russische Energie-Infrastruktur lahm: Vier Schiffe und 13 Umspannwerke getroffen.
Ukraine greift mit Drohnen gezielt russische Schwachstellen an
Nach Angaben von UATV: Ein koordinierter Angriff ukrainischer Drohnen hat die russische Logistik schwer getroffen. Vier Schiffe sowie 13 Stromverteilungsstationen wurden beschädigt oder zerstört. Die Attacken erschweren nicht nur den Export von russischem Öl, sondern schränken auch die Handlungsfähigkeit des Gegners deutlich ein. Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU bestätigte, dass unter anderem der Tanker „Avero“ und drei Öldepots in der Region Stawropol in Flammen aufgingen. Die Operationen sind Teil der ukrainischen Antwort auf die anhaltende russische Aggression.
Bereits am 19. Juli hatten ukrainische Seevölker im Schwarzen Meer zwei Tanker, einen Frachter und einen Schwimmkran attackiert. Parallel dazu wurden auf besetzten Gebieten 13 Energieanlagen zerstört, acht davon auf der Krim. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die russischen Streitkräfte empfindlich zu treffen, die für ihre Operationen massiv auf Energie angewiesen sind.
Krim-Logistik am Boden: Fähre fährt nur noch zu 25 Prozent
Besonders bemerkenswert: Die Angriffe auf die drei Öldepots in Stawropol erfolgten aus einer Entfernung von rund 600 Kilometern von der ukrainischen Grenze. Dies zeigt die wachsende Reichweite der ukrainischen Waffensysteme. Die direkte Folge: Die Kapazität der Kertsch-Fährverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim brach innerhalb von zwei Wochen um 75 Prozent ein. Das macht den Transport von Gütern extrem schwierig. Die Krim benötigt täglich 5.000 Tonnen Treibstoff, um ihre zivile und militärische Infrastruktur am Laufen zu halten. Die ukrainischen Treffer schaffen hier ernsthafte Engpässe für die russischen Truppen.
Ein Blick auf die Statistik der letzten 100 Tage zeigt: Die ukrainischen Streitkräfte haben russische Ölanlagen rund 50 Mal angegriffen. Dies unterstreicht den systematischen Ansatz Kiews, die gegnerischen Nachschubwege gezielt zu kappen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte dazu: „Wir setzen unsere völlig gerechtfertigte und präzise Antwort auf die russischen Angriffe fort. Heute haben unsere weitreichenden Sanktionen bestimmte Objekte erreicht, die die russische Aggression finanzieren und ermöglichen.“
Der Militärexperte Andrij Ryschenko beobachtet derweil einen Wandel in der russischen Gesellschaft: „Die Bevölkerung beginnt zu begreifen, was der Krieg gegen die Ukraine wirklich bedeutet – und dass er auch für sie selbst katastrophale Folgen hat.“ Diese Entwicklung könnte langfristig die öffentliche Meinung in Russland verändern.
Insgesamt schwächen die ukrainischen Operationen die russischen Energie- und Transportkapazitäten kontinuierlich. Die Folgen könnten den weiteren Verlauf des Konflikts maßgeblich beeinflussen.
Die Drohnenangriffe zeigen eine neue Qualität der ukrainischen Militärstrategie: Sie zielen nicht nur auf militärische, sondern auch auf wirtschaftliche und logistische Nervenstränge des Gegners. Der Zusammenbruch der Fährverbindung und die Treibstoffknappheit auf der Krim erschweren die russische Versorgung an der Front erheblich. Gleichzeitig wächst in Russland das Bewusstsein für die realen Kosten des Krieges – ein Faktor, der die gesellschaftliche Unterstützung für den Konflikt auf Dauer untergraben könnte.
Lesen Sie auch
- Nach Rücktritt: Selenskyj will Fedorow im Sicherheitsrat – Proteste in 16 Städten
- EU schnürt 21. Sanktionspaket: 90 russische Banken und Krypto-Dienstleister im Visier
- Strategischer Kriegsrat: Selenskyj berät mit Militärführung über Drohnen und Verteidigung
- Trotz Sanktionen: Russland produziert weiterhin massenhaft Raketen für Angriffe auf die Ukraine
- Während massiver Luftangriffe: Vatikan-Delegation trifft in Kiew ein – das waren die Gesprächsthemen
- Proteste nach Zerwürfnis zwischen Fedorow und Syrskyj: Selenskyj berät über Verteidigungsstrategie

