Unterricht bei Eiseskälte: Warum in Kiews Schulen nur noch drei Grad herrschen.

Unterricht bei Eiseskälte: Warum in Kiews Schulen nur noch drei Grad herrschen
Unterricht bei Eiseskälte: Warum in Kiews Schulen nur noch drei Grad herrschen

Heizungsausfall in Kiewer Schulen

Nach Angaben von TSN.ua: In der ukrainischen Hauptstadt müssen Schüler und Lehrer derzeit unter extremen Bedingungen lernen und arbeiten. Nach Angriffen auf das Heizkraftwerk Nummer 4 am 12. Februar 2023 fiel die Fernwärmeversorgung großflächig aus. Die Folge sind eiskalte Klassenzimmer mit Temperaturen, die aktuell zwischen null und drei Grad Celsius liegen. Teilweise werden mit Hilfe von Heizlüftern gerade einmal 14 Grad erreicht, während es in einigen Räumen ohne diese Geräte nicht wärmer als zehn Grad wird.

Obwohl die Bedingungen katastrophal sind, ordneten die Behörden am 15. Februar 2023 die Rückkehr zum Präsenzunterricht an. Besonders betroffen sind Schulen im Dnipro-Bezirk, wo die Raumtemperatur lediglich sieben Grad betrug. Diese Entscheidung stößt bei Eltern und Pädagogen auf massive Kritik. Sergij Tschumak, der leitende staatliche Hygienearzt Kiews, wies darauf hin, dass die Raumtemperatur in Bildungseinrichtungen eigentlich zwischen 17 und 20 Grad liegen müsse.

Empörung bei Eltern und Lehrkräften

Die Lehrkräfte sind über die Zumutungen entsetzt.

„Die Kinder, ich unterrichte eine zweite Klasse, können unter diesen Bedingungen nicht lernen“, berichtet eine anonyme Lehrerin.
Auch die Eltern protestieren.
„Die Schulen wurden weder mit Generatoren noch mit mobilen Heizsystemen ausgestattet“, klagt Olga, Mutter eines Schülers.
Eine andere Mutter, Hanna, fasst die Stimmung zusammen: „Das ist doch absurd.“

Die geltenden Vorschriften sehen für Unterrichtsräume tatsächlich eine Mindesttemperatur von 17 bis 20 Grad vor. Die aktuelle Situation gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern macht konzentriertes Lernen nahezu unmöglich. Die Einhaltung dieser Standards ist eine grundlegende Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb.

Die Krise in den Schulen spiegelt die angespannte Lage der ukrainischen Energieinfrastruktur im Krieg wider. Der anhaltende Mangel an angemessenen Lernbedingungen beeinträchtigt die Bildungsqualität und das Wohl der Kinder erheblich. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung stehen unter Druck, umgehend Lösungen zu finden, um den Schülerinnen und Schülern wieder ein sicheres und erträgliches Umfeld zu bieten. Die Situation verdeutlicht, wie sehr der Krieg auch den Alltag der Zivilbevölkerung prägt.


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