Putins Herrschaft endet wohl mit seinem Tod, so die Einschätzung eines RAND-Experten.
Wie lange kann Wladimir Putin noch regieren?
Nach Angaben von TSN.ua: Der Politikwissenschaftler Dr. John Kennedy vom Thinktank RAND hält es für wahrscheinlich, dass Wladimir Putins Herrschaft mit seinem natürlichen Tod enden wird – nicht durch einen gewaltsamen Umsturz. Trotz innerem Druck und wirtschaftlichen Problemen erscheint eine Absetzung Putins als unwahrscheinlich. Der russische Präsident ist 73 Jahre alt und regiert das Land bereits länger als jeder andere Führer seit Josef Stalin. Seine Machtkonzentration ist beispiellos.
Kennedy verweist darauf, dass es nach dem Tod Alexej Nawalnys keine massiven Proteste in Russland gab, was auf ein fehlendes, breit verankertes Oppositionspotential hindeutet. Zudem stammt ein Großteil der mobilisierten Soldaten aus ärmeren Regionen, was soziale Spannungen dort verstärken könnte. Der Experte betont auch Putins seltene öffentliche Auftritte und seinen massiven Personenschutz, die seine Abschottung unterstreichen.
Kriegskosten und die Stabilität des Systems
Der Analyst warnt vor den sozialen Folgen, wenn weiterhin immense Ressourcen in den Krieg fließen. Unzufriedenheit in den Regionen könnte sich anstauen und schließlich eruptiv entladen. Die politische Stabilität Russlands hängt derzeit an einer Person.
'Das gesamte System hängt von Putin ab. Er hat die Macht in seinen Händen konzentriert, und nach der großangelegten Invasion in die Ukraine hat sich diese Kontrolle nur noch verstärkt.' - John Kennedy
Kennedy ist überzeugt, dass mittel- bis langfristig die Voraussetzungen für einen Wandel in Russland reifen. Der Westen müsse sich auf jedes mögliche Szenario vorbereiten. Diese Einschätzung unterstreicht die tiefe Sorge um die politische Stabilität in einem Land, dessen Machtgefüge so personalisiert ist.
Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und interner wirtschaftlicher Schwierigkeiten könnte der Tod des Präsidenten zum Katalysator tiefgreifender Veränderungen werden. Beobachter rechnen mit wachsenden sozialen Spannungen und möglichen Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen, sollte sich die Lage in Russland wandeln. Eine vorausschauende Politik des Westens ist daher geboten.
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