Pariser Deklaration über den Frieden für die Ukraine: Warum ein Waffenstillstand immer noch unmöglich ist.
Nach Angaben von ТСН: Trotz ständiger hochrangiger Treffen zur Friedensfrage in der Ukraine und einiger Informationsaustausche zwischen Washington und Moskau bleibt die Situation unverändert: ein Waffenstillstand gibt es nicht, und der Kreml zeigt kein Interesse daran, den Krieg zu beenden.
Darüber schreibt die Direktorin des Zentrums für osteuropäische und internationale Studien, Gwendolyn Sasse.
„Koalition der Willigen“: viele Teilnehmer – geringe Ergebnisse
Bei den jüngsten Verhandlungen in Paris gelang es, 35 Länder in der sogenannten „Koalition der Willigen“ zu versammeln, die darauf abzielt, Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines möglichen Waffenstillstands zu entwickeln. Die Teilnahme der USA zusammen mit europäischen Führern war wichtig. Dennoch bleiben die tatsächlichen Ergebnisse des Treffens fraglich.
„Eine tatsächliche Waffenruhe oder der Beginn von Friedensverhandlungen hat bisher nicht stattgefunden“, betont sie.
Während in Paris über Sicherheitsfragen diskutiert wurde, setzte Russland seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die Ukraine fort und intensivierte diese sogar, insbesondere auf die Energieinfrastruktur, was laut der Expertin eine bewusste Strategie des Drucks auf die Zivilbevölkerung ist, besonders in der Winterzeit.
Deklaration ohne Garantien
Die Pariser Deklaration erinnert nach Ansicht der Autorin mehr an eine „Absichtserklärung“ als an einen klaren Aktionsplan. Im Dokument wird erwähnt:
eine mögliche Teilnahme der Koalition an einem Überwachungsmechanismus für den Waffenstillstand unter US-Führung;
weitere Unterstützung der Streitkräfte der Ukraine;
die Schaffung multinationaler Truppen unter europäischer Führung;
Verpflichtungen, der Ukraine bei einer Verletzung des Waffenstillstands durch Russland zu helfen.
Truppen in der Ukraine: Versprechungen unter Vorbehalt
Großbritannien und Frankreich haben ihre Bereitschaft bestätigt, Truppen in der Ukraine nach der Etablierung eines Waffenstillstands zu stationieren — als Abschreckungsmechanismus. Es bleibt jedoch unklar, was genau als Verletzung des Waffenstillstands angesehen wird und wie der Westen darauf reagieren wird.
Ein neues Signal war die Erklärung des deutschen Kanzlers Friedrich Merz, der erstmals eine mögliche Beteiligung deutscher Soldaten in Betracht zieht, jedoch unter der Bedingung: die Stationierung ist nur in NATO-Ländern möglich, die an die Ukraine grenzen, und nur nach Zustimmung des Bundestags.
Ohne die USA funktionieren die Garantien nicht
Ein zentrales Element echter Sicherheitsgarantien für die Ukraine, betont Sasse, ist die Triade: europäische Truppen, eine starke ukrainische Armee und aktive Beteiligung der USA. Der letzte Punkt wirft jedoch die größten Zweifel auf.
„Die Erfahrungen der aktuellen Administration von Donald Trump geben keinen Anlass zur Zuversicht hinsichtlich einer langfristigen Bindung an solche Abkommen“, betont die Expertin.
Putin wartet und hat es nicht eilig
Das Hauptproblem, das unverändert bleibt, ist der Mangel an politischem Willen des Kremls zu echten Verhandlungen.
„Putin ist überzeugt, dass die Zeit auf seiner Seite spielt“, schreibt Sasse.
Darüber hinaus ermuntern Putin direkte Kontakte zu Trump und sein pragmatisch-transaktionaler Ansatz.
Welt ohne Regeln?
Der Begriff „Koalition der Willigen“ ist aus Sicht der Autorin teilweise gelungen. Er erinnert an die Irak-Kampagne der USA, weist aber klar auf ein neues Zeitalter der internationalen Beziehungen hin — situative Allianzen, die über traditionelle Institutionen und internationales Recht hinausgehen.
„Ob der Krieg in der Ukraine endet und wie genau er endet, wird entscheidend für diese neue Weltordnung sein“, fasst Gwendolyn Sasse zusammen.
Früher wurde erörtert, welche Ziele Russland im umfassenden Krieg bereits nicht erreichen kann. So verliert der Aggressorstaat seine Möglichkeiten:
zum dritten Pol der Welt zu werden;
die vollständige Kontrolle über den postsowjetischen Raum wiederherzustellen;
die Deslowlianisierung Russlands zu stoppen.
„Putin führt den Krieg aus Hilflosigkeit fort. Er möchte sich nicht eingestehen, dass er alles verloren hat, worauf er gesetzt hat“, bemerkte Vadim Denisenko.
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