Ex-Minister Galuschtschenko: Kaution von 425 Millionen Hrywnja unbezahlbar.

Ex-Minister Galuschtschenko: Kaution von 425 Millionen Hrywnja unbezahlbar
Ex-Minister Galuschtschenko: Kaution von 425 Millionen Hrywnja unbezahlbar

Festnahme des früheren Energieministers

Nach Angaben von TSN.ua: Der ehemalige ukrainische Energieminister Herman Galuschtschenko hat vor dem Hohen Antikorruptionsgericht die Zahlung einer Kaution in Höhe von 425 Millionen Hrywnja abgelehnt. Er erklärte, über solche Summen nicht zu verfügen. Galuschtschenko war am 15. Februar festgenommen worden, als er versuchte, das Land zu verlassen. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit dem Korruptionsverfahren 'Midas', das illegale Machenschaften im Energiesektor aufdeckt.

Galuschtschenko bekleidete das Amt des Energieministers von 2021 bis 2025 und fungierte von Juli bis November 2025 zudem kommissarisch als Justizminister. Die Ermittlungen werden vom Nationalen Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) geführt. Die Staatsanwaltschaft fordert die hohe Sicherheitsleistung von 425 Millionen Hrywnja. Dazu erklärte der Angeklagte vor Gericht:

„Ich kann mir nicht vorstellen, wer das aufbringen soll. Ich weiß nicht einmal, mit wem ich darüber reden sollte.“ – Herman Galuschtschenko

Teure Ausbildung und Folgen der Untersuchungshaft

Im Rahmen der Ermittlungen wurde auch bekannt, dass die Ausbildung seines Sohnes in der Schweiz bis zu 200.000 US-Dollar pro Jahr kosten kann. Der ehemalige Minister äußerte zudem massive Bedenken hinsichtlich der Konsequenzen seiner Inhaftierung und bezeichnete die geforderte Kaution als:

„Das ist keine Kaution, das ist ein Urteil. Das bedeutet, dass eine Person – leider ist das bei uns Praxis – jahrelang einsitzt. Man verbüßt die Strafe schon jetzt.“ – Herman Galuschtschenko

Galuschtschenko versicherte, keine Fluchtabsicht zu haben, und sagte: „Wenn ich hätte fliehen wollen, glauben Sie mir, ich wäre längst geflohen.“ Der Fall hat in der ukrainischen Öffentlichkeit große Wellen geschlagen und wirft erneut Fragen zur Verantwortung von Spitzenbeamten und zur Durchsetzbarkeit von Rechtsstaatlichkeit auf. Die Höhe der geforderten Kaution unterstreicht den außergewöhnlichen Charakter des Vorwurfs.

Die Festnahme des Ex-Ministers verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Kampf gegen die Korruption in der Ukraine, insbesondere in Schlüsselsektoren wie der Energiepolitik. Verfahren wie 'Midas' offenbaren systemische Schwächen in Kontrollmechanismen, die das öffentliche Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben können. Die von der NABU vorangetriebenen Ermittlungen werden als wichtiger Test für die Unabhängigkeit der Justiz und die Effektivität der Antikorruptionspolitik gewertet.


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