Ex-Außenminister Kozyrev: Verhandlungen mit Russland sind nur ein Ablenkungsmanöver.

Ex-Außenminister Kozyrev: Verhandlungen mit Russland sind nur ein Ablenkungsmanöver
Ex-Außenminister Kozyrev: Verhandlungen mit Russland sind nur ein Ablenkungsmanöver

Andrej Kozyrev zur internationalen Sicherheitslage

Nach Angaben von UATV: Der erste Außenminister Russlands nach dem Ende der Sowjetunion, Andrej Kozyrev, äußert sich kritisch zu den aktuellen Herausforderungen der internationalen Sicherheit, der nuklearen Abrüstung und den gescheiterten Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine. Er betont, dass ein Atomstaat, der die territoriale Unversehrtheit der Ukraine garantiert hat, nicht das Recht hat, einen atomwaffenfreien Staat anzugreifen. Seine Aussagen unterstreichen die fundamentale Bedeutung der Einhaltung völkerrechtlicher Normen in Zeiten des Krieges.

Wer ist Andrej Kozyrev?

Andrej Kozyrev, geboren 1951 in Belgien, schloss 1974 sein Studium der Internationalen Beziehungen am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) ab. In den 1990er Jahren war er Mitglied des russischen Sicherheitsrates und wurde zweimal in die Staatsduma gewählt. Seit 2012 lebt Kozyrev in Miami und spricht neben Russisch auch Englisch, Französisch und Portugiesisch. Er hält Verhandlungen mit dem derzeitigen russischen Regime für wirkungslos und bezeichnet sie als reine 'Ablenkungstaktik'.

„Verhandlungen führen zu nichts. Hitler musste vernichtet, in seinen Bunker getrieben und zur Kapitulation gezwungen werden.“

— Andrej Kozyrev

Seiner Ansicht nach kann ein Aggressor nur durch Zwang zum Aufhören gebracht werden oder muss selbst zur Einsicht kommen. Diesen Standpunkt verbindet er mit der Krise der nuklearen Rüstungskontrolle, nachdem Russland kürzlich seine Teilnahme am New-START-Vertrag (SNV-III) ausgesetzt hat – ein alarmierendes Signal für das globale Sicherheitssystem.

Kozyrev reflektiert zudem über die gescheiterte demokratische Transformation in Russland. Er führt dies darauf zurück, dass Boris Jelzin dem Druck der russischen Geheimdienste nicht standhalten konnte und davor zurückschreckte, das alte System vollständig zu zerschlagen. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Budapester Memorandum von 1994, das der Ukraine Sicherheitsgarantien für den Verzicht auf Atomwaffen gab, eine tragische Aktualität. Kozyrevs Analyse verdeutlicht die komplexe und gefährliche Dynamik in den internationalen Beziehungen der Gegenwart.

Die Kommentare des ehemaligen Ministers zeigen die tiefgreifenden Defizite der internationalen Sicherheitsarchitektur auf, besonders im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Seine skeptische Bewertung von Verhandlungen als 'Ablenkungsmanöver' spiegelt ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber diplomatischen Bemühungen angesichts offener Aggression wider. Sie erinnert auch daran, wie historische Vereinbarungen wie das Budapester Memorandum die Wahrnehmung von Vertrauen und Verpflichtungen in der internationalen Politik bis heute prägen.


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