Fesenko: Das territoriale Abkommen mit Russland wird zu einem Stillstand führen.
Nach Angaben von ТСН: Das territoriale Problem bleibt ein ernsthaftes Hindernis für die Umsetzung eines Friedensplans. Die Ungewissheit über den Status der annektierten Gebiete könnte die Verhandlungen in einen Stillstand treiben.
Diese Meinung äußerte der Politikwissenschaftler Wolodymyr Fesenko in einem Interview mit der Publikation.
Territorialer Stillstand
Der Experte weist darauf hin, dass die aktuellen Modelle zur Konfliktlösung versuchen, die akutesten Probleme zu vermeiden. In der Zwischenzeit ist der Status dieser Gebiete eine 'Zeitbombe' für alle Vereinbarungen.
'Aber die zentrale Frage, zu der es keinen Kompromiss gibt und auch theoretisch nicht geben wird, ist das territoriale Problem. Und das betrifft nicht nur den Donbass. In dieser Hinsicht gibt es überhaupt keine Bestimmung über den Status der von Russland annektierten ukrainischen Gebiete', betonte Fesenko.
Der Politikwissenschaftler betont, dass die Forderungen des Kremls für die Ukraine kategorisch inakzeptabel sind, da Russland versucht, das, was es auf dem Schlachtfeld nicht erreichen konnte, durch Diplomatie zu erlangen.
'Putin erklärte, dass wir fünf Regionen anerkennen müssen. Er möchte, dass die ukrainischen Truppen sowohl von Cherson als auch von Saporischschja abgezogen werden. Was sie militärisch nicht einnehmen konnten, wollen sie politisch erreichen', erklärte er.
Laut Fesenko wird es keine Friedensvereinbarung geben, wenn territoriale Zugeständnisse eine Bedingung für einen Waffenstillstand werden.
Der Minsk-Fehler und die Priorität des Waffenstillstands
Bei der Analyse der vorgeschlagenen Friedensinitiativen warnt Wolodymyr Fesenko davor, die erfolglosen Erfahrungen früherer Jahre zu wiederholen. Es wird betont, dass die Beendigung der Kampfhandlungen der Anfang, nicht der Höhepunkt des Prozesses sein sollte.
'Tatsächlich ist der Waffenstillstand das wichtigste. Alle Friedensvereinbarungen beginnen mit einem Waffenstillstandsabkommen, nicht enden damit', glaubt der Experte.
Er fügt hinzu, dass die aktuelle Logik der Friedenspläne sich als nicht tragfähig erweisen könnte.
'Wenn der Waffenstillstand am Ende steht, wie es derzeit geplant ist, wird das eine Wiederholung der Fehler der Minsker Vereinbarungen sein. Es wird jetzt dasselbe sein — es wird nicht funktionieren', merkte Fesenko an.
Die Rolle der USA und die Position des Kremls
Fesenko betont auch die Diskrepanzen zwischen dem amerikanischen Ansatz, der auf der Festlegung des 'Status quo' basiert, und den realen Absichten Moskaus. Er bewertet skeptisch Wladimir Putins Bereitschaft für ein echtes Ende des Krieges und betrachtet Russlands aktuelle Aussagen als ein Element politischer Verhandlungen.
Kommentierend zu Gerüchten über geheime Vereinbarungen zwischen Washington und Moskau bemerkte der Experte:
'Ob diese Vereinbarungen existierten — das wissen wir nicht. Die amerikanische Seite bestätigt das nicht, versucht aber gleichzeitig, etwas zu fördern.'
Nach Fesenkos Meinung könnte das einzige tragfähige Szenario ein phasenweises Modell der Deeskalation sein, bei dem ein Waffenstillstand gleichzeitig mit Diskussionen über andere Punkte des Abkommens erfolgt.
Es sollte betont werden, dass Moskau einen von Putins Sondergesandten Kyrylo Dmytriiev vorgelegten Friedensplan studiert. Weitere Schritte hängen vom Präsidenten der Russischen Föderation ab.
Früher wurde berichtet, dass in den USA eine neue Version des Friedensplans zwischen den ukrainischen und europäischen Delegationen diskutiert wurde.
Damit bleibt die Situation in den Verhandlungen angespannt, und es scheint, dass die Lösung territorialer Fragen ein zentrales Element sein wird, um einen stabilen Frieden zu erreichen. Weitere Schritte von sowohl der Ukraine als auch Russland könnten den Verlauf des Friedensprozesses erheblich beeinflussen, und die Ungewissheit verstärkt nur diese komplexe Dynamik.
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