Baltische Staaten drängen EU: Ausstieg aus russischem Öl beschleunigen.

Baltische Staaten drängen EU: Ausstieg aus russischem Öl beschleunigen
Baltische Staaten drängen EU: Ausstieg aus russischem Öl beschleunigen

Appell an die EU-Kommission

Nach Angaben von Espreso.tv: Estland, Lettland und Litauen haben die Europäische Kommission aufgefordert, ihre Vorschläge für einen schrittweisen Ölausstieg aus Russland zügiger vorzubereiten. Bei einem Treffen der EU-Energieminister am vergangenen Freitag äußerten die drei Länder ihre Besorgnis über die Verzögerung. Ursprünglich sollten die Pläne für ein Ölverbot bereits am 15. April vorgestellt werden, doch sie wurden bislang nicht umgesetzt.

Zum Vergleich: Der Anteil russischen Öls an den EU-Importen sank von 27 Prozent Anfang 2022 auf nur noch 2 Prozent im Jahr 2025. Diese verbleibenden 2 Prozent entsprechen 9,7 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Die EU hatte bereits beschlossen, bis Herbst 2027 vollständig auf russisches Gas zu verzichten – ein klares Signal für das Bestreben der Europäer nach energiepolitischer Eigenständigkeit.

Energielage in der EU

Im Mai dieses Jahres gab die EU insgesamt 2,3 Milliarden Euro für russisches Öl und Gas aus. Mit Importen im Wert von 674 Millionen Euro blieb Ungarn der größte Abnehmer von russischem Öl. Das zeigt: Trotz aller Bemühungen, die Abhängigkeit von russischen Energieträgern zu verringern, setzen einige Mitgliedstaaten weiterhin stark auf diese Lieferungen.

Am 25. Juni verlängerte der EU-Rat zudem die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis Juli 2027. Auch die USA erneuerten ihre Sanktionen gegen die Unternehmen Rosneft und Lukoil.

Wie Wojciech Wrochna betonte: 'Das ist der Preis, den wir für die Unabhängigkeit von russischen Ressourcen zahlen müssen.'

Dan Jørgensen merkte an: 'Sollte eine Einigung erzielt werden, werden Monate vergehen, bis sich die Öllieferungen normalisieren, und bei Gas sogar Jahre.' Diese Situation verdeutlicht die Komplexität der Energiewende in der EU, die auf allen Ebenen Anstrengungen erfordert, um die Energieunabhängigkeit zu erreichen.

Der Vorstoß der drei baltischen Staaten zeigt den wachsenden Druck in der europäischen Energiepolitik – insbesondere vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der anhaltenden Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Obwohl die EU bereits große Fortschritte beim Rückgang der russischen Ölimporte erzielt hat, stehen die Mitgliedstaaten vor der Herausforderung, auf alternative Energiequellen umzusteigen, was Zeit und Mühe kostet. Dieser Prozess gewinnt umso mehr an Bedeutung, da die Sanktionen verlängert werden und die Notwendigkeit einer vollständigen Energieunabhängigkeit von Russland immer dringlicher wird.


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