Ghanas Außenminister besucht erstmals die Ukraine: Gespräche über afrikanische Söldner in Russlands Armee.

Ghanas Außenminister besucht erstmals die Ukraine: Gespräche über afrikanische Söldner in Russlands Armee
Ghanas Außenminister besucht erstmals die Ukraine: Gespräche über afrikanische Söldner in Russlands Armee

Erstbesuch des ghanaischen Außenministers in der Ukraine

Nach Angaben von UATV: Am 25. Februar 2023 reiste der Außenminister Ghanas, Samuel Okudzeto Ablakwa, zu seinem ersten offiziellen Besuch in die Ukraine. Dort traf er seinen Amtskollegen, den ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha. Im Zentrum der Gespräche standen die wirtschaftliche Zusammenarbeit, Agrarkooperationen, Bildungsprojekte und die Verteidigungsindustrie beider Länder.

Andrij Sybiha betonte die ukrainischen Kooperationsabsichten mit den Worten:

„Die Ukraine bleibt ein verlässlicher Lieferant landwirtschaftlicher Produkte und ist an gemeinsamen Projekten mit Mehrwert interessiert, insbesondere in den Bereichen Verarbeitung und Logistik.“
Dies unterstreicht das Bestreben der Ukraine, ihre Beziehungen zu afrikanischen Staaten wie Ghana im Agrarsektor auszubauen.

Das Problem afrikanischer Kämpfer auf russischer Seite

Ein besonderer Schwerpunkt des Treffens lag auf dem Schicksal von Bürgern Ghanas und anderer afrikanischer Staaten, die aufseiten Russlands kämpfen. Nach ukrainischen Angaben dienen derzeit mehr als 1.780 Staatsangehörige vom afrikanischen Kontinent in der russischen Armee, wobei Kämpfer aus 36 verschiedenen afrikanischen Ländern erfasst wurden. So meldete etwa der kenianische Geheimdienst, dass rund tausend Kenianer für den Krieg gegen die Ukraine angeworben wurden.

Samuel Okudzeto Ablakwa stellte dazu klar:

„Wir möchten ausdrücklich festhalten, dass diese Personen keinerlei Genehmigung von Ghana oder anderen afrikanischen Staaten erhalten haben. Sie sind Opfer von Manipulation, Desinformation und falschen Versprechungen geworden.“
Diese Aussage spiegelt die ernste Sorge der ghanaischen Regierung um das Wohl ihrer Bürger in einer gefährlichen Situation wider.

Der Besuch markiert einen wichtigen Schritt in der bilateralen Annäherung. Er zeigt nicht nur das Interesse an einer vielseitigen Zusammenarbeit, sondern auch die Bereitschaft, schwierige sicherheits- und humanitäre Themen offen anzusprechen. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine gewinnen solche Dialoge an Bedeutung.

Die Ukraine baut ihre diplomatischen Kontakte zu afrikanischen Nationen systematisch aus, was neue wirtschaftliche Chancen eröffnen kann. Die Diskussion über die Rolle afrikanischer Söldner im Krieg bleibt dabei eine sensible, aber notwendige Frage, die die künftigen Beziehungen zwischen der Ukraine, Ghana und anderen Ländern des Kontinents mitprägen wird.


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