Kriege verschlechtern IWF-Prognose für Weltwirtschaft – das bedeutet es für die Ukraine.

Kriege verschlechtern IWF-Prognose für Weltwirtschaft – das bedeutet es für die Ukraine
Kriege verschlechtern IWF-Prognose für Weltwirtschaft – das bedeutet es für die Ukraine

Wie Konflikte die globale Konjunktur beeinflussen

Nach Angaben von Espreso.tv: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Bericht 'Global Economy in the Shadow of War' die Auswirkungen der Nahostkonflikte auf die Weltwirtschaft untersucht. Im Fokus stehen dabei die Entwicklungen des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die Inflationsraten und der internationale Handel. Der IWF rechnet mit einem langsameren Anstieg des globalen BIP, einer höheren Teuerung und einem deutlichen Rückgang des Welthandels – alles Faktoren, die auch die Ukraine stark belasten.

Die wichtigsten IWF-Prognosen im Überblick

Laut den aktuellen Berechnungen soll das weltweite BIP 2025 bei 3,4 % liegen, 2026 auf 3,1 % sinken und 2027 wieder auf 3,2 % steigen. In den Industrieländern wird für 2026 ein Wachstum von 1,8 % erwartet, während die Schwellenländer im selben Jahr auf 3,9 % kommen könnten. Für die aufstrebenden Volkswirtschaften Europas sagt der IWF für 2026 ein BIP-Plus von 2,0 % voraus.

Bei der Inflation zeichnet sich ein Anstieg ab: Für 2025 prognostiziert der IWF eine globale Teuerungsrate von 3,5 %, für 2026 sogar 3,9 %. Auch die Handelsströme verändern sich: Das Volumen des Welthandels soll 2025 um 5,1 % zulegen, 2026 lediglich um 2,8 % und 2027 wieder um 3,8 %.

Für die Ukraine gestaltet sich die Lage besonders schwierig. Das reale Wirtschaftswachstum wird für 2026 auf nur 2 % geschätzt. Die Inflation im Land könnte 2026 bei 7,5 % liegen und 2027 auf 7,0 % fallen. Besonders besorgniserregend ist die Prognose für das Leistungsbilanzdefizit: Es könnte auf 18,9 % des BIP anwachsen. Hinzu kommt, dass die hohen Verteidigungsausgaben das Haushaltsdefizit voraussichtlich um weitere 2,6 % des BIP vergrößern.

Der IWF-Bericht macht deutlich: Die Kriegsfolgen im Nahen Osten belasten die Weltwirtschaft massiv. Das wiederum schlägt sich direkt auf die ukrainischen Kennzahlen nieder – sowohl die Inflation als auch das schwächere Wachstum sind unmittelbare Folgen dieser globalen Verwerfungen.

Die Analyse des IWF zeigt, dass globale wirtschaftliche Verwerfungen durch bewaffnete Konflikte langfristige Schäden verursachen können – besonders in Ländern, die ohnehin schon unter Druck stehen. Für die Ukraine, die weiterhin mit den Folgen des Krieges auf eigenem Boden kämpft, bedeuten diese Aussichten, dass die wirtschaftspolitischen Strategien angepasst werden müssen. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen droht eine weitere Verschlechterung der Lage, falls Trends wie steigende Inflation und wachsende Defizite anhalten.


Lesen Sie auch

Werbung