Abgeordneter Kuzminykh nach wiederholtem Fernbleiben vom Gericht festgenommen – Haftbefehl für den 29. Juni erwartet.
Festnahme des Abgeordneten Serhij Kuzminykh
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Serhij Kuzminykh ist festgenommen worden. Grund dafür war sein wiederholtes und systematisches Fernbleiben von Gerichtsterminen. Die Festnahme erfolgte durch Ermittler des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) auf Grundlage einer Entscheidung des Hohen Antikorruptionsgerichts. Kuzminykh wurde in eine Untersuchungshaftanstalt gebracht. Die Anhörung über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verhängung von Untersuchungshaft ist für den 29. Juni 2026 um 11 Uhr angesetzt.
Vorwürfe: Korruptionszahlungen in Millionenhöhe
Dem Abgeordneten der Fraktion „Diener des Volkes“ wird vorgeworfen, im Januar 2022 einen unrechtmäßigen Vorteil in Höhe von 558.000 Griwna erhalten zu haben. Diese Summe entsprach 30 Prozent des Wertes eines Vertrags über die Lieferung eines Ultraschalldiagnosegeräts. Die Verträge wurden zwischen einem kommunalen Unternehmen in Schytomyr und einem privaten Unternehmen geschlossen. Der Gesamtwert zweier weiterer Verträge über die Lieferung anderer medizinischer Ausrüstung beläuft sich auf über 38 Millionen Griwna.
Die Staatsanwaltschaft wertet die Handlungen des Abgeordneten als Straftat nach Teil 2 von Artikel 369-2 des Strafgesetzbuches der Ukraine. Die Anklageschrift wurde bereits im Jahr 2022 an das Gericht übergeben. Kuzminykh erschien jedoch nicht zu den anberaumten Verhandlungen. Konkret blieb er folgenden Terminen fern:
- 29. Oktober 2025
- 30. März 2026
- 1. Juni 2026
- 22. Juni 2026
Wegen dieser Verstöße verhängte das Gericht bereits am 24. November 2025 und am 27. April 2026 Geldstrafen gegen ihn.
Die Festnahme von Serhij Kuzminykh gilt als wichtiger Schritt in der ukrainischen Korruptionsbekämpfung, insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Justizreformen. Beobachter werten das wiederholte Fernbleiben des Angeklagten als möglichen Versuch, sich einer strafrechtlichen Verantwortung zu entziehen, was das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit untergräbt. Der Prozess wird fortgesetzt, und der anstehende Gerichtsbeschluss könnte die öffentliche Wahrnehmung der parlamentarischen Immunität und der Rechenschaftspflicht von Abgeordneten nachhaltig beeinflussen.
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