Die alte Pest: Schafe könnten die ersten Träger der tödlichen Krankheit gewesen sein.
Nach Angaben von ТСН: Archäologen und Genetiker haben zum ersten Mal überzeugende Beweise dafür gefunden, dass ein domestiziertes Tier der Wirt des ältesten bekannten Peststamms gewesen sein könnte. Es geht um das Bakterium Yersinia pestis, das vor Jahrtausenden in Eurasien verbreitet wurde, lange bevor der bekannte mittelalterliche Schwarze Tod auftrat.
Im Rahmen einer umfassenden Untersuchung analysierten Wissenschaftler DNA-Fragmente aus den Knochen und Zähnen von Rindern, Ziegen und Schafen, die aus der Bronzezeit stammen. Ziel war es, die Migration domestizierter Tiere zusammen mit Menschen aus dem fruchtbaren Halbmond durch Eurasien zu verfolgen. Wie der Archäologe der Universität Arkansas, Taylor Hermes, erklärt, ist alte Tier-DNA zwar oft stark beschädigt und kontaminiert, manchmal erlaubt sie jedoch die Identifizierung von Krankheitserregern.
Wichtige Entdeckung
Eine unerwartete Entdeckung wurde in den Überresten eines vor etwa 4000 Jahren domestizierten Schafs gemacht, das an einem archäologischen Standort in Arkaim gefunden wurde. In einem seiner Zähne entdeckten die Forscher DNA eines alten Stammes von Yersinia pestis, der noch nicht in der Lage war, durch Flöhe verbreitet zu werden, wie es im Mittelalter der Fall war.
Diese Entdeckung erklärt, wie die Pest der Bronzezeit sich über große Gebiete ausbreiten konnte. Zuvor wurden genetische Spuren dieses Stammes nur in menschlichen Überresten gefunden, die weit voneinander entfernt lagen. Die neue Entdeckung deutet darauf hin, dass domestizierte Tiere eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Infektion spielten, indem sie sowohl mit anderen Tieren als auch mit Menschen in Kontakt kamen.
Mögliche Infektionswege
Forscher vermuten, dass Schafe sich von wildlebenden Tieren infiziert haben könnten, ohne selbst zu erkranken, und dann das Bakterium zwischen Herden und Hirten übertragen haben. Wissenschaftler weisen auch auf einen möglichen umgekehrten Übertragungsweg hin - von Mensch zu Tier. Wahrscheinliche natürliche Reservoirs der Pest könnten Eurasische Steppen-Nagetierarten oder sogar wandernde Vögel gewesen sein.
Dies ist erst der dritte Fall der Entdeckung von Y. pestis in antiken Tieren. Frühere Proben, ein mittelalterlicher Rattenfund und ein neolithischer Hund, trugen nicht erheblich zu den genetischen Daten bei. Die Bedeutung der neuen Entdeckung steigt, da Arkaim mit der Sintashta-Kultur verbunden ist, deren Vertreter aktiv ihre Herden und Territorien vergrößerten, was die Verbreitung der Krankheit begünstigt haben könnte.
Forschende weisen darauf hin, dass ein einzelnes Genom nicht ausreicht, um die Ökologie der prähistorischen Pest vollständig zu rekonstruieren. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Rolle von Tieren bei ihrer Verbreitung viel größer war, als zuvor angenommen.
Darüber hinaus fanden Wissenschaftler auf dem ältesten bekannten Holzboot Skandinaviens einen einzigartigen Fund - einen Fingerabdruck eines Menschen, der vor über 2400 Jahren lebte.
Dieser Fund eröffnet nicht nur neue Horizonte im Verständnis der Epidemiologie antiker Viren, sondern unterstreicht auch die Bedeutung der Erforschung der Beziehungen zwischen domestizierten Tieren und menschlichen Gemeinschaften in der Geschichte. Die Entdeckung des Stammes Yersinia pestis in antiken Tieren kann Wissenschaftlern helfen, die Mechanismen der Krankheitsverbreitung in der Vergangenheit besser zu verstehen und deren Einfluss auf die Entwicklung von Zivilisationen.
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