Lemberg und das ungebaute U-Bahn-Netz: Warum die Stadt unter der Erde leer bleibt.

Lemberg und das ungebaute U-Bahn-Netz: Warum die Stadt unter der Erde leer bleibt
Lemberg und das ungebaute U-Bahn-Netz: Warum die Stadt unter der Erde leer bleibt

Die lange Geschichte der U-Bahn-Pläne für Lemberg

Nach Angaben von Novyny.live: Seit den 1960er Jahren gibt es in Lemberg immer wieder Pläne für ein U-Bahn-System, die jedoch nie verwirklicht wurden. Ursprünglich war in den Stadtentwicklungskonzepten ein Schnellstraßenbahnnetz vorgesehen, von dem Teilstücke unterirdisch verlaufen sollten. Die Idee eines unterirdischen Verkehrsmittels scheiterte jedoch stets an der Umsetzung. Historisch betrachtet spiegelt dies die Herausforderungen wider, große Infrastrukturprojekte in einer Stadt mit komplexer Topographie und wechselnder politischer Förderung zu realisieren.

In den 1970er Jahren wurden bereits zwei Tunnel unter der Innenstadt projektiert. Der erste sollte vom Stadtteil Pidzamche bis zur Kreuzung der Franka- und Snopkivska-Straße führen, der zweite vom Beginn der Sacharowa-Straße bis zur Lytschakiwska. 1987 wurde schließlich eine erste oberirdische Schnellstrecke in Betrieb genommen, die die Sacharowa-Straße mit der Naukowo-Straße verband. Die eigentlichen Untergrundarbeiten begannen mit dem Bau eines Belüftungsschachts im Hof des Potozki-Palastes.

Mitte der 1990er Jahre nahm der Staat Lemberg dann in ein nationales U-Bahn-Bauprogramm auf. In diesem Rahmen wurde auch das leichte U-Bahn-System "Radan" des Antonow-Werks in Betracht gezogen. Der bis 2025 gültige Generalplan der Stadt sieht erneut potenzielle Strecken für eine solche Stadtbahn vor – ein Beleg für das anhaltende Interesse an einer unterirdischen Verkehrslösung.

Heutige Situation: Projekte ohne Realisierung

Bis heute besitzt Lemberg keine funktionierende U-Bahn. Trotz zahlreicher Anläufe und detaillierter Entwürfe existiert der unterirdische Verkehr nur auf dem Papier. Die einst geplanten Linienführungen zeigen das ambitionierte Ausmaß der Visionen:

  • Eine Linie vom Ende der Stryjska-Straße über Sofijiwka, unter dem Hohen Schloss und dem Industrieviertel bis zum Ende der Mykolajtschuk-Straße;
  • Eine Strecke von Pivdennyj über Prywoksalna unter der Horodozka- und Bohdan-Chmelnyzkyj-Straße bis nach Dubljany;
  • Eine Verbindung von Rjasne über Lewandiwka und den Hauptbahnhof, unter der Stepan-Bandera-Straße, weiter durch die Zitadelle und Lytschakiw unter dem Hlynjanskyj-Trakt bis nach Lysynytschi.

Die Geschichte der Lemberger U-Bahn-Projekte ist somit ein Paradebeispiel für gescheiterte Ambitionen im städtischen Verkehrsausbau. Die Vielzahl der Pläne belegt ein kontinuierliches Bedürfnis nach besserer Infrastruktur. Echte Fortschritte blieben jedoch stets auf der Konzeptebene stecken. Dies unterstreicht, wie entscheidend eine verlässliche Planung und langfristige Finanzierung für derartige Großprojekte sind.


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