Experte der NAN warnt vor menschenleeren Gebieten in der Ukraine: Wo das Leben unmöglich werden wird.
Nach Angaben von ТСН: In der Ukraine könnten viele menschenleere Gebiete entstehen. Es geht nicht nur um Städte, die unter dem Krieg gelitten haben, sondern auch um Regionen, wo das Leben aufgrund ständiger Bedrohungen durch Russland praktisch unmöglich werden wird.
Darüber berichtete Oleksandr Hladun, stellvertretender Direktor des Instituts für Demografie und Forschungsqualität des Lebens M.V. Ptukhа NАN der Ukraine, in einem Interview mit TCH.ua.
Wo wird das Leben verschwinden?
Der Experte hebt zwei Haupttypen von Gebieten hervor, die menschenleer werden könnten:
- 1. „Natürliche“ Entvölkerung (Nordukraine). Bereits vor Beginn der landesweiten Invasion haben die nördlichen Regionen Sumy und Tschernihiv schnell an Bevölkerung verloren.
- „Dort sind viele Dörfer einfach ausgestorben: Die Jugend zog in die Städte, nur alte Leute blieben zurück. Die Bevölkerungszahl wurde nicht aufgefüllt, sondern nur reduziert“, erklärt Hladun. Der Krieg hat diesen Prozess nur beschleunigt.
- 2. 30-Kilometer „Sicherheitszone“. Die kritischste Situation besteht entlang der zukünftigen Trennlinie oder Staatsgrenze zu Russland. Laut dem Demographen ist das Leben von Zivilisten in einem 30-Kilometer-Radius vom Frontbereich nicht ratsam und gefährlich.
- „Dort müssen Militärs, Verteidigungsanlagen und Befestigungen sein. Selbst wenn es zu einer Konfliktbeendigung kommt, kann man den Russen nicht trauen. Es wird Provokationen, Schusswechsel und Granatbeschüsse geben“, betont der Wissenschaftler.
Werden Menschen dort leben können?
Laut dem Demographen könnten theoretisch Landwirte oder einzelne Unternehmen in dieser Zone bleiben, aber das würde tägliches Risiko für das Leben bedeuten. Für das massenhafte Wohnen von Familien mit Kindern sowie für die Entwicklung von Schulen oder Krankenhäusern werden diese Gebiete jahrzehntelang ungeeignet sein.
Die Entvölkerung großer Gebiete stellt eine Herausforderung nicht nur für die Demografie, sondern auch für die nationale Sicherheit dar. „Leere“ Gebiete sind schwerer zu kontrollieren und zu schützen. Daher wird die Frage der Umsiedlung von Menschen und der Unterstützung des Lebens in den Grenzgemeinden eine der schwierigsten Aufgaben des nachkriegszeitlichen Wiederaufbaus sein.
Solche Veränderungen könnten die soziale Struktur und die wirtschaftliche Entwicklung der Region erheblich beeinflussen. Die Frage der Wiederherstellung des Lebens in sicherheitsgefährdeten Regionen erfordert neue Ansätze und Strategien in der Nachkriegszeit. Das Schicksal dieser Gebiete hängt nicht nur von internen Faktoren ab, sondern auch von der Außenpolitik und der Sicherheitssituation im Land.
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