200.000 Hrywnja für Auszeichnungen und Uhren: Odessaer Regionalrat umgeht Ausschreibungen.
Umstrittene Beschaffungen in der Oblast Odessa
Nach Angaben von Novyny.live: Die Oblast Odessa plant, fast 200.000 Hrywnja für Ehrenzeichen und Geschenkuhren auszugeben – und das ohne eine öffentliche Ausschreibung. Rund die Hälfte der Summe, etwa 100.000 Hrywnja, ist für 38 Brustabzeichen 'Ehrenauszeichnung des Oblastrats von Odessa' vorgesehen. Jedes einzelne dieser Ehrenzeichen kostet damit mehr als 2.500 Hrywnja. Den Zuschlag für die Anfertigung erhielt der in Kiew registrierte Einzelunternehmer Oleg Oleksijowytsch Petrenko, mit dem der Regionalrat bereits Anfang 2025 einen ähnlichen Vertrag geschlossen hatte.
Uhren, Blumen und Bauprojekte
Für weitere 100.000 Hrywnja sollen 18 Ehrenuhren beschafft werden, was einen Stückpreis von etwa 5.500 Hrywnja bedeutet. Lieferant ist hier die Firma 'Kiewer Uhrenfabrik'. Solche Direktvergaben ohne Wettbewerb werfen regelmäßig Fragen nach der Wirtschaftlichkeit der Mittelverwendung auf.
Parallel zu diesen umstrittenen Käufen laufen andere Projekte: Das kommunale Unternehmen 'Miskzelentrest' hat eine Ausschreibung für Blumen im Wert von über 800.000 Hrywnja veröffentlicht. Außerdem steht in der Kinder- und Jugendsportschule Nr. 5 in Odessa eine Komplettsanierung des Gebäudes an. Die Regionalverwaltung setzt also ihre Arbeit fort, auch wenn einzelne Beschaffungsvorgänge kritisch gesehen werden.
Die Entscheidung des Odessaer Regionalrats, Auszeichnungen und Uhren ohne Ausschreibung zu kaufen, lässt Zweifel an der Transparenz und Angemessenheit dieser Haushaltsausgaben aufkommen.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion über effiziente Kommunalfinanzen könnten solche Vorgänge auf Kritik in der Öffentlichkeit und bei Aufsichtsbehörden stoßen. Die geplanten Investitionen in Grünanlagen und Sportstätten zeigen andererseits, dass auch Projekte vorangetrieben werden, die der lokalen Infrastruktur und Lebensqualität zugutekommen.
Lesen Sie auch
- Ungarns Staatschef tritt nach Unterzeichnung einer Verfassungsänderung zurück
- Frankreich bestellt russischen Geschäftsträger ein: Hintergründe zu den Cyberangriffen des FSB-Zentrums 16
- Wegen Waldbränden: Trump droht Kanada mit höheren Zöllen
- USA planen Sanktionen gegen Russland bei Verweigerung von Ukraine-Friedensgesprächen
- Ungarn steht ohne Staatspräsidenten da: Parlament verabschiedet Verfassungsänderung
- Ukraine-Krieg: Syrskyi warnt vor russischer Offensive – Kiew plant Verstärkung der Verteidigungslinien

