Patriarch Filaret mit 97 Jahren gestorben: Sein Einsatz für eine unabhängige Kirche in der Ukraine.

Patriarch Filaret mit 97 Jahren gestorben: Sein Einsatz für eine unabhängige Kirche in der Ukraine
Patriarch Filaret mit 97 Jahren gestorben: Sein Einsatz für eine unabhängige Kirche in der Ukraine

Patriarch Filaret: Leben und Vermächtnis

Nach Angaben von Novyny.live: Am 20. März 2023 ist Patriarch Filaret von Kiew und der ganzen Rus-Ukraine im Alter von 97 Jahren verstorben. Er war eine prägende Gestalt der orthodoxen Kirche und setzte sich unermüdlich für die Eigenständigkeit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche ein. Sein Beitrag zur religiösen Entwicklung in der Ukraine ist kaum zu überschätzen, denn er zählte zu den zentralen Persönlichkeiten bei der Etablierung einer unabhängigen Kirche.

Filaret, bürgerlich Mychajlo Antonowytsch Denysenko, erblickte im Dorf Blahodatne im Gebiet Donezk das Licht der Welt. 1946 begann er sein Studium am Geistlichen Seminar in Odessa, das er 1952 an der Geistlichen Akademie in Moskau abschloss. Im Januar 1950 legte er die Mönchsgelübde ab und erhielt den Namen Filaret – ein bedeutender Schritt in seinem Leben.

Sein kirchlicher Dienst startete mit reger Beteiligung am religiösen Leben. 1990 übernahm er die Stellung des Statthalters des Moskauer Patriarchenthrons; zudem billigte eine Bischofssynode die Eigenständigkeit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche. Dieser Beschluss legte das Fundament für die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine im Jahr 1991. Im Juni 1992 wurde die Gründung einer vereinten Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats verkündet, und 1995 wurde Filaret zu deren Patriarchen ernannt.

Kampf um Eigenständigkeit

Filaret kämpfte entschlossen für eine unabhängige Kirche, was im Hinblick auf die religiöse Identität der Ukraine von großer Bedeutung war. 2018 tagte die Vereinigungsversammlung, auf der die Orthodoxe Kirche der Ukraine ins Leben gerufen wurde – der Höhepunkt seines langjährigen Ringens um die Selbstständigkeit der orthodoxen Kirche im Land.

In seinen letzten Jahren hatte Filaret mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Am 9. März 2026 wurde er in ein Krankenhaus in Kiew eingeliefert, wo er unter ärztlicher Aufsicht blieb. Am 20. März 2023 erlag Patriarch Filaret seinen Leiden und hinterließ ein bedeutendes Erbe für das ukrainische orthodoxe Christentum.

Im Laufe seines Lebens erhielt Filaret zahlreiche Auszeichnungen, darunter staatliche Orden:

  • Orden der Völkerfreundschaft
  • Orden des Roten Banners der Arbeit
  • Orden der Freiheit
  • Kreuz von Iwan Masepa

Diese Ehrungen unterstreichen seinen Einsatz für das religiöse Leben in der Ukraine und seine Rolle im Ringen um eine unabhängige Ukrainische Orthodoxe Kirche.

Der Tod von Patriarch Filaret ist nicht nur für das religiöse Leben in der Ukraine ein einschneidendes Ereignis, sondern auch für den gesellschaftspolitischen Kontext. Sein Wirken trug zur Herausbildung einer eigenständigen Kirche bei, die zum Symbol nationaler Identität und geistlicher Autonomie der Ukraine wurde. Der Patriarch hinterlässt ein Vermächtnis, das die Entwicklung der Orthodoxie in der Ukraine – insbesondere im Rahmen der neu gegründeten Orthodoxen Kirche der Ukraine – weiterhin prägen wird. Filarets Erbe wird im Zuge der weiteren Entfaltung religiöser Institutionen in der Ukraine diskutiert und analysiert werden.


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