Polen verschärft Regeln für Ukrainer: Vorübergehender Schutz nur noch mit Nachweis über fehlende Einberufung.
Neue Hürden für Ukrainer in Polen
Nach Angaben von Espreso.tv: Nach einem geplanten Gesetzesvorhaben in Polen sollen ukrainische Staatsbürger künftig nur dann vorübergehenden Schutz erhalten, wenn sie eine Bescheinigung vorlegen können, die belegt, dass sie nicht zum Militärdienst eingezogen werden können. Die Regelung betrifft jene Ukrainer, die nach Inkrafttreten der neuen Bestimmungen einreisen. Diese könnten bereits im Juli 2023 verabschiedet werden und sollen dann ab März 2027 wirksam werden. Hintergrund ist der Wunsch der polnischen Behörden, den Aufenthaltsstatus ukrainischer Bürger angesichts des anhaltenden Krieges klarer zu regeln.
Wie die polnische Zeitung Rzeczpospolita berichtet, hat Polens Vize-Innenminister Maciej Duszczyk bestätigt, dass die Vorbereitungen für die Gesetzesänderung kurz vor dem Abschluss stehen. Laut Eurostat besitzen rund 4,3 Millionen ukrainische Staatsbürger einen vorübergehenden Schutzstatus in der EU. In Deutschland leben etwa 1,2 Millionen Ukrainer, in Polen sind es knapp 960.000.
Auswirkungen der neuen Regeln auf Ukrainer
Mitte Juni 2023 hielten sich in Polen über 218.000 ukrainische Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren auf. Diese Zahl könnte bei der Umsetzung der neuen Anforderungen eine erhebliche Rolle spielen. Darüber hinaus plant das polnische Innenministerium, die Regeln für die Einbürgerung zu verschärfen: Die Mindestaufenthaltsdauer soll auf acht Jahre verlängert werden. Zudem ist vorgesehen, dass künftig ein Nachweis über Polnischkenntnisse auf dem Niveau B2 erforderlich ist.
Die polnische Regierung betont immer wieder die Bedeutung des Militärdienstes für junge Ukrainer.
„Alle jungen Ukrainer, die sich in Polen aufhalten und wehrtauglich sind, sollten ihr Land gegen Russland verteidigen“, erklärte Vladislav Kosinyak-Kamysh.Die neuen Gesetze könnten für viele Ukrainer, die in Polen Schutz suchen, weitreichende Folgen haben: Sie müssten zusätzliche Dokumente vorlegen und neuen Verpflichtungen nachkommen.
Die geplanten Änderungen im polnischen Recht zum vorübergehenden Schutz für Ukrainer spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider, denen sich das Land angesichts des Krieges in der Ukraine gegenübersieht. Mit der Einführung der Bescheinigung über die fehlende Einberufung wird der Zugang zum Schutz für viele Ukrainer erschwert, die einen sicheren Aufenthaltsort suchen. Gleichzeitig könnten die verschärften Einbürgerungsregeln den langfristigen Aufenthalt in Polen beeinflussen und von den Betroffenen mehr Engagement bei der Integration und Sozialisation in die polnische Gesellschaft verlangen.
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