EU-Sanktionspaket stockt: Athen und Wien blockieren mit eigenen Forderungen.

EU-Sanktionspaket stockt: Athen und Wien blockieren mit eigenen Forderungen
EU-Sanktionspaket stockt: Athen und Wien blockieren mit eigenen Forderungen

Sanktionspaket gegen Russland

Nach Angaben von Espreso.tv: Die Europäische Union steht kurz vor der Verabschiedung des 21. Sanktionspakets gegen Russland, doch der Beschluss verzögert sich. Grund sind Einwände aus Griechenland und Österreich. Athen verlangt, dass die Wiederausfuhr von russischem Flüssigerdgas bis Ende 2027 weiterhin erlaubt bleibt. Wien hingegen fordert die Streichung der Sanktionen gegen eine Investmentfirma, die mit Oleg Deripaska in Verbindung steht. Die Dringlichkeit ist groß: Ohne eine rechtzeitige Zustimmung würde die geltende Preisobergrenze für russisches Öl in Höhe von 44,1 Dollar pro Barrel verfallen.

Hürden im Entscheidungsprozess

Das 21. Sanktionspaket galt ursprünglich als eines der schärfsten. Doch die Verhandlungen stocken. Tatjana Wyssozka erklärte dazu:

„Die Annahme des Pakets ist dringend, weil sonst die derzeitige Preisobergrenze für russisches Öl nicht bestehen bleibt.“
Sie fügte hinzu:
„Österreich hat diese Forderungen bereits im Herbst des vergangenen Jahres gestellt, aber damals fand es dafür keine Mehrheit unter den EU-Staaten.“

Sollten die Maßnahmen nicht im Rahmen des Sanktionspakets umgesetzt werden können, plant die Europäische Kommission, auf andere rechtliche Instrumente auszuweichen. Laut Wyssozka könnte das Paket noch heute auf Ebene der EU-Botschafter gebilligt werden. Es sieht Sanktionen gegen 15 Personen und eine russische Strafvollzugsanstalt vor. Kaja Kallas zufolge

„könnten einzelne Punkte des Pakets noch geändert werden“
, was die endgültige Entscheidung beeinflussen könnte.

Die Verzögerungen beim 21. Sanktionspaket verdeutlichen, wie komplex die interne Politik der EU ist. Selbst bei gemeinsamen Maßnahmen gegen Russland können einzelne Mitgliedstaaten eigene Bedingungen durchsetzen. Dies zeigt, dass nationale Interessen selbst in Zeiten globaler Bedrohungen wie dem Krieg in der Ukraine Tempo und Wirksamkeit der EU-Sanktionspolitik beeinflussen. Solange die russische Wirtschaft unter internationalem Druck steht, bleibt die Aufrechterhaltung der Ölpreisobergrenze ein entscheidender Faktor für die regionale Stabilität.


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