Warschau erhöht den Druck auf Kiew: Polen stellt neue Forderungen im Streit um die UPA-Ehrung.

Warschau erhöht den Druck auf Kiew: Polen stellt neue Forderungen im Streit um die UPA-Ehrung
Warschau erhöht den Druck auf Kiew: Polen stellt neue Forderungen im Streit um die UPA-Ehrung

Verschärfung der Spannungen zwischen Polen und der Ukraine

Nach Angaben von Espreso.tv: Ein Dekret des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 26. Mai 2026 hat die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine massiv belastet. Darin verlieh er dem Sonderoperationszentrum „Nord“ den Ehrennamen „zu Ehren der UPA-Helden“. Dies stieß in Polen auf scharfe Kritik, insbesondere bei EU-Abgeordneten Piotr Müller, der erklärte:

„Dieser erneute Schritt des ukrainischen Präsidenten schadet den polnisch-ukrainischen Beziehungen.“

Bereits am 27. Mai 2026 kündigte der polnische Historiker und Politiker Karol Nawrocki an, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers aberkennen zu wollen. Am 8. Juni 2026 tagte das Kapitel des Ordens, um über die mögliche Entziehung der Auszeichnung zu beraten. Nawrocki entzog Selenskyj den Orden schließlich am 19. Juni 2026 offiziell. Einen Tag später, am 20. Juni, teilte der ukrainische Präsident mit, er habe den Orden zurückgeschickt. Am 22. Juni 2026 bestätigte Nawrockis Kanzlei den Eingang der Auszeichnung.

Auswirkungen auf die künftigen diplomatischen Beziehungen

Die Auseinandersetzung stärkte Nawrockis Rückhalt in der Bevölkerung: Am 26. Juni 2026 erreichte seine Vertrauensquote 54,8 Prozent. Ein weiterer polnischer Politiker, Władysław Kosiniak-Kamysz, stellte am 30. Juni 2026 klar, dass Polen einem EU-Beitritt der Ukraine nicht zustimmen werde, solange Kiew nicht von der Ehrung von OUN- und UPA-Akteuren abrücke.

Wolodymyr Selenskyj wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete Nawrockis Vorgehen als

„rein wahlkampfgetrieben“
. Piotr Müller hingegen zeigte sich zuversichtlich, dass „diesmal die gesamte polnische politische Klasse versteht, dass eine harte, konsequente Politik nötig ist“. Die Ereignisse verdeutlichen die wachsende Anspannung zwischen den Nachbarländern, die das künftige diplomatische Verhältnis nachhaltig belasten könnte.

Die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine waren stets von historischen Altlasten geprägt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und den ukrainischen Nationalisten. Der aktuelle Konflikt könnte für die ukrainische Außenpolitik zu einer ernsten Bewährungsprobe werden, da Polen ein wichtiger Verbündeter im Rahmen der euroatlantischen Integration ist. Die zunehmende Spannung droht den ohnehin schwierigen Prozess der europäischen Integration der Ukraine zu erschweren und künftige Beitrittsverhandlungen zu beeinträchtigen.


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