Poltawas Stadtpolitiker kassierte 10 Prozent von Aufträgen: Korruptionsnetzwerk mit 7,7 Millionen Griwna aufgeflogen.

Poltawas Stadtpolitiker kassierte 10 Prozent von Aufträgen: Korruptionsnetzwerk mit 7,7 Millionen Griwna aufgeflogen
Poltawas Stadtpolitiker kassierte 10 Prozent von Aufträgen: Korruptionsnetzwerk mit 7,7 Millionen Griwna aufgeflogen

Anti-Korruptionsbehörden decken Schmiergeld-System in Poltawa auf

Nach Angaben von Novyny.live: In der ukrainischen Stadt Poltawa haben die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) und das Nationale Anti-Korruptionsbüro (NABU) ein schwerwiegendes Erpressungsnetzwerk zerschlagen. Ein Abgeordneter soll von Bauunternehmen zehn Prozent des Wertes öffentlicher Aufträge verlangt haben, um Straßenreparaturen zu vergeben. Insgesamt flossen so 7,7 Millionen Griwna an illegalen Zahlungen – die Ermittler stießen auf eine kriminelle Struktur, die von April 2024 bis Januar 2026 aktiv war.

Der Politiker wird verdächtigt, sich in besonders großem Umfang bereichert zu haben. Ihm droht nun entweder Untersuchungshaft oder die Auflage, eine Kaution von 33 Millionen Griwna zu hinterlegen. Um die Bestechungsgelder zu übergeben, nutzten die Beteiligten eine Wechselstube – ein Detail, das die Ermittlungen zusätzlich verkompliziert. Die Vorwürfe gegen den Abgeordneten stützen sich auf Artikel 368 des ukrainischen Strafgesetzbuches.

Weitere Beschuldigte und Milliardenschaden für den Staat

Neben dem Abgeordneten wurden auch zwei Unternehmer angeklagt, denen Verstöße nach Artikel 369 des Strafgesetzbuches vorgeworfen werden. Die Ermittler beziffern den Schaden, den diese Korruptionsaffäre im Bereich der Verteidigungsindustrie verursacht hat, auf über 350 Millionen Griwna. Die Behörden arbeiten weiter daran, alle Hintergründe des Falls vollständig aufzuklären.

Die Aufdeckung dieses Systems zeigt einmal mehr, wie tief die Korruption in der Ukraine verwurzelt ist.

Solche Straftaten schädigen nicht nur die Staatskasse massiv, sondern untergraben auch das Vertrauen der Bürger in die staatlichen Institutionen. Eine konsequente Strafverfolgung könnte daher ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die grassierende Korruption im Land sein.


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