Warum der Kreml eine Generalmobilmachung scheut.

Warum der Kreml eine Generalmobilmachung scheut
Warum der Kreml eine Generalmobilmachung scheut

Russlands Mobilisierungs-Dilemma

Nach Angaben von TSN.ua: Das russische Militär leidet unter einem kritischen Mangel an Soldaten, um die hohen Verluste an der Front auszugleichen. Trotzdem wagt Präsident Wladimir Putin nicht, eine Generalmobilmachung auszurufen. Der Grund: Die Angst vor einem endgültigen Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Allein im Januar überstiegen die russischen Verluste die Zahl neu rekrutierter Soldaten um 9.000 Personen. Diese Lücke gefährdet die gesamte Kriegsführung Moskaus.

Ersatz aus dem Ausland und die Rolle Belarus

Um das Problem zu lösen, greift der Kreml zu ungewöhnlichen Mitteln. So versucht Russland verstärkt, Migranten aus Zentralasien anzuwerben.

Dazu stellt Pawel Lakyjtschuk fest: 'Russland ist gezwungen, Migranten aus Zentralasien für den Krieg anzuwerben.'
Andere Ressourcen wie Sträflinge sind weitgehend erschöpft, da Dutzende Haftanstalten mangels Insassen schließen mussten. Gleichzeitig halten sich im Norden der Ukraine bereits 10.000 Nordkoreaner auf, die potenziell in Kampfhandlungen einbezogen werden könnten.

Besorgniserregend ist auch die Entwicklung im benachbarten Belarus. Dort laufen umfangreiche Maßnahmen zur Einberufung von Reserveoffizieren. Bisher wurden mindestens 400 Offiziere der Reserve einberufen.

Pawel Latuschko bewertet dies so: 'Dabei handelt es sich faktisch um eine verdeckte Mobilmachung.'
Die Lage bleibt jedoch unklar. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ist, so Lakyjtschuk, zwar nicht bereit, seine Truppen abzugeben, 'aber man kann ihn auch beiseiteschieben'. Die Situation zeigt die Abhängigkeit Moskaus von seinem Verbündeten.

Russland steckt somit in einem strategischen Zwiespalt: Es braucht dringend neues Kanonenfutter, darf aber die heimische Bevölkerung nicht noch mehr verprellen. Die Anwerbung von Ausländern und der Druck auf Belarus mögen kurzfristige Lösungen sein. Langfristig bleibt das Problem der öffentlichen Zustimmung jedoch die größte Schwachstelle des Regimes. Die wachsende Unzufriedenheit könnte nicht nur die militärischen Fähigkeiten, sondern auch die innere Stabilität Russlands fundamental untergraben.


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