Fleischfresser erschienen früher als Homo erectus: neue Daten von Anthropologen.
Neue Daten über die Fleischfresser der Hominiden
Nach Angaben von ТСН: Früher wurde angenommen, dass Vertreter der Gattung Homo, insbesondere Homo erectus, aktive Fleischfresser wurden. Diese Annahme basierte auf dem zeitlichen Zusammenfall des Auftretens von H. erectus in Fossilien mit einer großen Anzahl von Tierknochen, die Bearbeitungsspuren aufwiesen und an Orten gefunden wurden, die etwa zwei Millionen Jahre alt sind, wie der Olduvai-Schlucht in Tansania. Damals entstand die Idee, dass der Übergang zu einer fleischlichen Ernährung zur Entwicklung des Gehirns und zur Bildung menschlicher Merkmale beitrug.
Neuere Forschungen bieten jedoch eine andere Sichtweise auf dieses Problem. Eine systematische Analyse aller bekannten Orte der frühen Fleischbearbeitung in Ostafrika hat gezeigt, dass Hominiden mindestens vor 2,6 Millionen Jahren mit Fleisch in Kontakt kamen. Dies legt nahe, dass die Fleischfresserei vor H. erectus auftrat und nicht nur dieser Art eigen war. Wissenschaftler weisen auf einen möglichen Fehler früherer archäologischer Forschungen hin: Der Fokus auf Orte, an denen man H. erectus erwartete, könnte einen falschen Eindruck erweckt haben, dass gerade er das Fleischessen einleitete.
Neue Funde bestätigen eine ältere Geschichte der Ernährung der Hominiden. Zum Beispiel wurden in Kenia am Standort Kanjera South Hinweise auf den regelmäßigen Verzehr von Fleisch vor etwa zwei Millionen Jahren gefunden. In der Bouri-Formation in Äthiopien wurden Antilopen- und Pferdeknochen mit Schnittspuren gefunden, die auf 2,5 Millionen Jahre datiert werden. Auch in Kenia, am Standort Nyayanga, bearbeiteten Hominiden die Kadaver von Flusspferden vor drei bis 2,6 Millionen Jahren. Es ist zwar schwierig, die genaue Art zu bestimmen, die dies tat, aber Forscher glauben, dass es sich nicht um direkte Vorfahren von Homo handeln könnte, sondern um andere Zweige des evolutionären Baumes.
Im Kontext dieser neuen Fakten erscheint die Hypothese, dass gerade Fleisch ein entscheidender Faktor für das Wachstum des Gehirns war, weniger überzeugend. Fleischfresserei war Teil einer breiteren Ernährungsstrategie der Hominiden und nicht ein einfacher evolutionärer Schritt. Laut dem Anthropologen John Hawks "ignorierte fast keine Hominidenart die verfügbare tierische Beute".
Moderne Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, dass der Übergang zu einer fleischlichen Ernährung komplex und langwierig war, und dass verschiedene Hominiden Fleisch viel früher als früher gedacht als zusätzliche Energiequelle nutzten. Dies deutet darauf hin, dass ein solches Verhalten die Norm in der frühen hominiden Anpassung war und nicht ein Einzelfall.
Wir erinnern daran, dass zuvor berichtet wurde, dass reiche Menschen in Madagaskar jedes Jahr Zehntausende von Lemuren essen, deren Fleisch zu einem Symbol des hohen Status geworden ist.
Diese neuen Forschungsergebnisse könnten unser Verständnis der evolutionären Geschichte der Menschheit erheblich verändern. Sie weisen darauf hin, dass die Fleischfresserei nicht nur in der Gattung Homo auftrat, sondern ein Bestandteil der beschleunigten Anpassung vieler Hominiden an die Umwelt war. Solche Funde unterstreichen die Bedeutung eines umfassenden Ansatzes zum Studium der Geschichte unserer Entwicklung und Ernährung.
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