Kriegsopfer in Sibirien: Russlands Mobilisierung trifft das Volk der Tofalaren.
Zwei junge Tofalaren in Irkutsk beerdigt
Nach Angaben von TSN.ua: In der russischen Region Irkutsk sind zwei 18-jährige Angehörige des indigenen Volkes der Tofalaren beigesetzt worden. Andrei Choljamojew und Sergei Tokujew kamen im Krieg gegen die Ukraine ums Leben. Beide hatten einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterschrieben. Die Tofalaren zählen weniger als 700 Menschen und gehören damit zu den kleinsten indigenen Gemeinschaften des Landes. Ihr Verlust ist für die Gemeinschaft besonders schwerwiegend.
Sergei Tokujew starb am 31. Dezember 2025 bei Pokrowsk in der Oblast Donezk. Sein Altersgenosse Andrei Choljamojew wurde am 8. Januar 2026 beerdigt. Laut der Volkszählung von 2021 gab es 719 Tofalaren. Dieses turksprachige Volk ist im Süden Sibiriens beheimatet. Bereits im April 2025 war ein weiterer Tofalare namens Arseni Smeschtschkow verschwunden.
Prekäre Lage und gesellschaftliche Stellung
Die Tofalaren stehen auf der russischen Liste der indigenen, zahlenmäßig kleinen Völker. Wie Einheimische berichten, wird ihre Sprache fast nur noch von der älteren Generation gesprochen. Ein lokaler Jäger namens Igor brachte es auf den Punkt:
„Es hat fast niemanden getroffen.“
Aussagen von Gemeindemitgliedern deuten darauf hin, dass die Situation für das Volk schwierig ist und junge Männer oft aus finanzieller Not in den Krieg ziehen. Die Mobilisierung trifft diese kleinen Gemeinschaften überproportional hart.
Dieser Vorfall zeigt beispielhaft, wie indigene Völker in militärische Auseinandersetzungen hineingezogen werden, und wirft Fragen zu ihrer Stellung in der modernen Gesellschaft auf. Die Todesfälle unter der Jugend gefährden den Fortbestand von Sprache und Traditionen und könnten zu einem irreparablen kulturellen Verlust führen. Studien über die Auswirkungen von Kriegen auf kleine Ethnien sind daher entscheidend, um ihre Rechte in Konfliktsituationen besser schützen zu können.
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