Warum 800 Verteidiger von Asowstal nicht freikommen: Russland blockiert Gefangenenaustausch.

Warum 800 Verteidiger von Asowstal nicht freikommen: Russland blockiert Gefangenenaustausch
Warum 800 Verteidiger von Asowstal nicht freikommen: Russland blockiert Gefangenenaustausch

Russland verweigert Freilassung von 800 Soldaten der Asow-Brigade

Nach Angaben von Novyny.live: Rund 800 Angehörige der 12. Brigade "Asow", die das Stahlwerk Asowstal verteidigten, befinden sich weiterhin in russischer Kriegsgefangenschaft. Russland zeigt trotz früherer, unter UN-Vermittlung getroffener Vereinbarungen keinerlei Bereitschaft, diese Soldaten im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freizulassen. Ein Haupthindernis ist die Einstufung der Brigade "Asow" als terroristische Organisation durch den Obersten Gerichtshof der Russischen Föderation, was einen Austausch politisch und rechtlich erschwert.

Einige der Gefangenen von Asowstal wurden bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. Im November 2022 starb einer von ihnen, Olexandr Sawow, nach fast dreijähriger Gefangenschaft. Andere Verteidiger, die bereits freigekommen sind, kehrten mit schweren gesundheitlichen Schäden zurück, darunter:

  • Tuberkulose-Erkrankungen,
  • schwere Hautkrankheiten,
  • sowie Lymphödeme in den Beinen.

Ärzte des Herzinstituts retteten einem der Heimkehrer das Leben, nachdem eine Kugel drei Jahre lang in seinem Herzen verblieben war.

Russlands Taktik bei Gefangenenaustauschen

Experten weisen darauf hin, dass Russland kein Interesse an der Rückgabe kampferfahrener ukrainischer Soldaten hat.

„Unser Anteil an Rückkehrern in den aktiven Dienst ist sehr hoch: etwa 80 Prozent. Das ist eine enorme Quote, verglichen mit den besten Einheiten weltweit“, erklärt Nestor Bartsсhuk.
Er betont, dass Russlands Vorgehen gegen die Genfer Konventionen und das humanitäre Völkerrecht verstößt. Für die innere Propaganda in Russland sei dies jedoch ein bewusst eingesetztes Mittel.
„Das ist einer der Faktoren, die sie bei Austauschverhandlungen berücksichtigen“, fügt der Experte hinzu.

Die Lage der verbliebenen Verteidiger von Asowstal bleibt daher kritisch, und ihre baldige Rückkehr in die Ukraine ist nicht in Sicht.

Der Fall der Asowstal-Soldaten steht beispielhaft für das größere Problem des Gefangenenaustauschs in diesem Krieg. Die Terrorismus-Stigmatisierung einer Einheit und die Verweigerung von Austauschverhandlungen zeigen, wie humanitäre Prinzipien und internationales Recht für politische Zwecke instrumentalisiert werden. Dies könnte künftige Verhandlungen über Kriegsgefangene nachhaltig belasten und internationale Bemühungen zum Schutz von Menschenrechten in Konfliktzonen untergraben.


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