Russland plant gesperrten Bücherbestand: Diese Werke könnten aus Bibliotheken verschwinden.

Russland plant gesperrten Bücherbestand: Diese Werke könnten aus Bibliotheken verschwinden
Russland plant gesperrten Bücherbestand: Diese Werke könnten aus Bibliotheken verschwinden

Geplante Sonderabteilung für „schädliche“ Bücher in Russlands größter Staatsbibliothek

Nach Angaben von Espreso.tv: In Russland soll in der größten staatlichen Bibliothek ein geschlossener Magazinbereich für Literatur eingerichtet werden, die als „destruktiv“ eingestuft wird. Die Initiative zielt darauf ab, den Zugang zu Werken von Autoren zu beschränken, die als „ausländische Agenten“ gelten. Künftig sollen Bibliotheken keine neuen Bücher mehr von diesen Schriftstellern in ihren Bestand aufnehmen dürfen.

Hintergrund dieser Maßnahmen ist eine zunehmende staatliche Kontrolle über kulturelle Inhalte. Allein die Einstufung als „ausländischer Agent“ kann bereits weitreichende Folgen für die Verbreitung eines Werkes haben.

Zentrale Beschaffung und neue Kontrollinstanz

Ab dem Jahr 2026 wird die Buchbeschaffung für Bibliotheken auf ein zentralisiertes System umgestellt. Ein speziell dafür eingerichtetes Expertengremium soll dann festlegen, welche Literatur in den Bibliotheken überhaupt noch ausliegen darf. Zudem wird die Verwendung von Bundesmitteln für Bibliotheken einer strengeren Aufsicht unterworfen.

Im Raum steht auch die Möglichkeit einer großflächigen Aussonderung von Büchern aus den Bibliotheksbeständen. Diese Schritte deuten auf einen grundlegenden Wandel im Umgang mit literarischen Ressourcen hin, der den Zugang der Bevölkerung zu Informationen erheblich einschränken könnte.

Die geplanten Neuerungen sind Teil einer umfassenderen russischen Strategie zur Steuerung von Informationsflüssen und zur Einschränkung des Zugangs zu bestimmten Buchkategorien. Dies könnte langfristig negative Auswirkungen auf die kulturelle Entwicklung der Gesellschaft haben.

Mit der Einführung der zentralen Buchbeschaffung und der Schaffung einer Behörde, die über die Zulässigkeit von Literatur entscheidet, ist eine weitere Einschränkung des freien Zugangs zu Wissen und kulturellen Gütern zu erwarten.


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