Moskaus Einfluss schwindet: Armenien wendet sich der EU zu, trotz Kreml-Druck.
Russlands Strategien in Afrika und im Kaukasus
Nach Angaben von UATV: Moskau versucht weiterhin, seinen Einfluss in Afrika und im Kaukasus zu festigen. Ein Beispiel ist Madagaskar, wo Russland kürzlich eine weitere Charge Militärausrüstung lieferte und einen Russischlehrer entsandte. Gleichzeitig zeigte sich in Armenien nach den Parlamentswahlen eine klare Tendenz: Das Land strebt eine Annäherung an die Europäische Union an – und das gegen den Widerstand des Kremls.
Militärische Präsenz als Druckmittel
Ein zentrales Element der russischen Strategie bleibt die militärische Präsenz. Im November 2020 verlegte Russland fast 2000 Soldaten, 90 Schützenpanzer und hunderte weitere Fahrzeuge nach Bergkarabach. Zudem unterhält Moskau seit 1995 einen Stützpunkt in Gjumri, nur 126 Kilometer von der armenischen Hauptstadt entfernt. Diese Basis ist ein Symbol für die langjährige militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.
Die Parlamentswahl in Armenien am 7. Juni brachte einen klaren Sieg für die Regierungspartei „Bürgervertrag“. Dies wird als Bestätigung des pro-europäischen Kurses gewertet. Der Druck aus Russland bleibt jedoch hoch: Im Mai verabschiedete die russische Staatsduma ein Gesetz, das den Einsatz von Streitkräften zum Schutz im Ausland festgenommener Russen erlaubt.
„Russlands politischer Einfluss auf andere Länder lässt nach“ – Wolodymyr Selenskyj
Diese Aussage unterstreicht den Trend, dass Staaten in der Region zunehmend neue Entwicklungswege suchen – auch auf Kosten traditioneller Bindungen an Moskau.
Armeniens Schwenk hin zur EU zeigt den Wunsch, Abhängigkeiten von Russland zu reduzieren und neue Chancen zu nutzen. Gleichzeitig versucht der Kreml mit verstärkter Militärpräsenz und neuen Gesetzen, die Kontrolle über postsowjetische Staaten zu behalten. Diese Entwicklungen könnten langfristig die Stabilität der gesamten Region beeinflussen.
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