Nach dem Treffen in Abu Dhabi: Russlands neuer Tonfall und die Frage nach dem Frieden.
Russlands neue Wortwahl nach Abu Dhabi: Was bedeutet sie für die Friedensgespräche?
Nach Angaben von UATV: Nach einem trilateralen Treffen in Abu Dhabi mit Delegationen aus der Ukraine, den USA und Russland haben US-Beamte eine veränderte Rhetorik Moskaus im Friedensprozess festgestellt. Sie betonten jedoch zugleich, dass die russische Aggression unvermindert anhalte. Ob das Treffen konkrete Folgen haben wird, bleibt ungewiss.
Der ukrainische Verhandlungsführer Oleg Lisnyj sieht trotzdem keine inhaltliche Kehrtwende. Aus seiner Sicht bleibt die Kernforderung der Russischen Föderation unverändert: Die Ukraine müsse sich aus dem Donbas zurückziehen. Ein trilateraler Gipfel ist für den 1. Februar angesetzt.
'Tatsächlich ist die Rhetorik Russlands dieselbe geblieben. In welche Verpackung man sie auch steckt – eine der Hauptforderungen der Russischen Föderation bleibt, dass die Ukraine das Territorium des Donbas verlassen muss.' Oleg Lisnyj
Lisnyj zeigte sich dennoch überzeugt, dass die ukrainische Verhandlungslinie richtig sei. 'Wir führen die Verhandlungslinie richtig, das heißt, es sollte keine Vorwürfe an uns geben. Wir sind zu einem konstruktiven Dialog bereit,' fügte er hinzu. Diese Äußerung unterstreicht die Verhandlungsbereitschaft Kiews trotz der schwierigen Gesamtlage.
Der ukrainische Diplomat warnte zudem vor voreiligem Optimismus, selbst wenn der russische Präsident Wladimir Putin einer weiteren Begegnung zustimmen sollte. 'Wenn Putin jetzt sagt, dass er einem Treffen quasi zustimmt, sollte das niemanden übermäßig freuen,' so Lisnyj. Die Lage bleibt also angespannt, und die Aussichten auf eine friedliche Einigung sind weiterhin unklar.
Die Aussichten für eine friedliche Lösung
Die veränderte Wortwahl Russlands nach dem Abu-Dhabi-Gipfel könnte auf den Versuch Moskaus hindeuten, neue Verhandlungsansätze zu finden. Die unverändert harten Kernforderungen bezüglich des Donbas lassen jedoch Zweifel an der Aufrichtigkeit dieser Absicht aufkommen. Angesichts der fortgesetzten Aggression und der unverrückbaren Position zu dieser Region bleibt die ukrainische Seite wachsam und betont gleichzeitig die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs. Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund eines anhaltenden Krieges statt, der jede diplomatische Geste überlagert.
Das für den 1. Februar geplante Folgetreffen könnte mehr Klarheit über die weitere Entwicklung und eine mögliche Friedenslösung bringen.
Lesen Sie auch
- Eishockey-Freundschaftsspiel zwischen Russland und USA in Moskau zum 250. Jahrestag Amerikas geplant
- Erstmalige Stellungnahme Putins zur Rakete „Oreschnik“: Details zu den Tests
- Moskau droht mit „Oreschnik“-Angriffen auf Wohngebiete: Bila Zerkwa und Donbass im Visier
- Putin stellt Bedingungen für Kriegsende: „Vereinbarungen von Anchorage“ als Schlüssel
- Wer soll im Namen Europas mit Russland verhandeln? Tschechien und Verbündete loten Optionen aus
- Lettlands Außenministerin: Solange Putin seine Ziele nicht ändert, sind Friedensgespräche mit Russland sinnlos

