Ukrainisches Gesundheitssystem am Abgrund: Über 2500 zerstörte Kliniken.

Ukrainisches Gesundheitssystem am Abgrund: Über 2500 zerstörte Kliniken
Ukrainisches Gesundheitssystem am Abgrund: Über 2500 zerstörte Kliniken

Eine humanitäre Katastrophe mit System

Nach Angaben von UATV: Die russische Aggression hat in der Ukraine eine tiefgreifende humanitäre Krise ausgelöst, die das Gesundheitswesen besonders hart trifft. Seit Beginn des großangelegten Angriffskriegs wurden mehr als 2.500 medizinische Einrichtungen beschädigt oder vollständig zerstört. Für die Bevölkerung, insbesondere in den Kampfgebieten, ist der Zugang zu medizinischer Versorgung dadurch dramatisch erschwert. Diese systematische Zerstörung der Gesundheitsinfrastruktur hat das Land an den Rand einer medizinischen Katastrophe geführt.

Ein besonders tragisches Beispiel für die Angriffe auf medizinische Einrichtungen war der Beschuss einer Entbindungsklinik in Mariupol im März 2022. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben, darunter ein Neugeborenes. Dies ist nur einer von vielen solcher Vorfälle. Im Sommer 2022 erreichte die monatliche Sterberate in Mariupol mit etwa 400 Fällen einen Höchststand – ein deutliches Indiz für den kollabierenden Gesundheitssektor in der Region.

Zerrüttetes System und Personalmangel

In der besetzten Region Cherson hat die russische Besatzungsverwaltung 24 Krankenhäuser in ihre Register aufgenommen, darunter auch Einrichtungen auf später befreitem Gebiet. Nach Angaben der Besatzer sollen in den besetzten Gebieten des Donbas 207 medizinische Einrichtungen arbeiten. Gleichzeitig wurden 2024 im Rahmen der russischen Bundesprogramme 'Landarzt' und 'Land-Krankenpfleger' über 400 medizinische Fachkräfte aus Russland in den Donbas entsandt. Dennoch bleibt die Personalsituation extrem angespannt.

Der akute Fachkräftemangel in den verbliebenen Kliniken erschwert die Behandlung von Patienten erheblich. Der Arzt Viktor Dudukalov beschreibt die verzweifelte Lage so:

„Wenn es keinen Facharzt gibt, bleiben zwei Möglichkeiten: entweder sterben oder Geld bezahlen und auf eigene Faust einen Arzt suchen.“
Besonders betroffen sind Patienten mit speziellen Erkrankungen wie Krebs oder chronischen Leiden. Kateryna Dorosh betont:
„Bei spezifischen Krankheiten wie Onkologie, Diabetes oder chronischen Erkrankungen ist es sehr schwer. Besonders wenn der Patient bettlägerig ist, kann man leider sagen, dass solche Menschen zum Sterben verurteilt sind, weil ihnen niemand hilft.“

Die Kriegsbedingungen haben zudem zu einem Anstieg kostenpflichtiger Behandlungen und einem gravierenden Mangel an Medikamenten geführt, was die humanitäre Krise weiter verschärft. Der Zusammenbruch des Gesundheitssystems ist nicht nur eine Folge der physischen Zerstörung, sondern auch von fehlender staatlicher Finanzierung und Unterstützung. Trotz aller Widrigkeiten versuchen Ärzte weiterhin, Hilfe zu leisten, wie Andriy Marusov anerkennt:

„Ein riesiger Dank an alle Ärzte. Sie haben selbstlos versucht, Hilfe zu leisten.“

Diese Situation gefährdet das Leben Tausender Menschen, die auf medizinische Versorgung angewiesen sind. Die durch Russlands Angriffskrieg verursachte humanitäre Katastrophe erfordert ein dringendes Eingreifen und internationale Unterstützung, um das Gesundheitssystem wiederaufzubauen und den Zugang zu notwendigen Leistungen für alle Bürger zu gewährleisten.

Angesichts des anhaltenden Konflikts steht das ukrainische Gesundheitssystem vor beispiellosen Herausforderungen, die nicht nur interne Anstrengungen, sondern auch aktive internationale Hilfe notwendig machen. Von zentraler Bedeutung sind der Wiederaufbau zerstörter Einrichtungen und die Sicherstellung einer angemessenen Gesundheitsversorgung für alle Bevölkerungsschichten, insbesondere für die Schwächsten. Vom schnellen Handeln hängen nicht nur zahllose Menschenleben ab, sondern auch die Stabilität der gesamten Region.


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