Fehlende Kampfmotivation: RDK-Kommandant schildert die Lage in russischen Einheiten.
Russische Soldaten ohne klare Kriegsziele
Nach Angaben von Novyny.live: Denis Kapustin, Kommandeur des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), äußert sich besorgt über die schwindende Motivation und mangelnde Ausbildung russischer Soldaten, die Verträge mit der Armee unterzeichnen. Seinen Beobachtungen zufolge verstehen neu an die Front gekommene Kämpfer häufig die Kriegsziele nicht und lassen sich vor allem von finanziellen Anreizen leiten. Kapustin verwies darauf, dass zwar seit zehn Monaten Verträge unterzeichnet würden, der Zustand der Rekruten jedoch Anlass zur Sorge gebe.
Bereits im Juli 2022 nahm das RDK 16 Personen gefangen, von denen die meisten ihren Vertrag erst im Juni unterschrieben hatten. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei aktuellen Gefangenen, die Ende Oktober oder November verpflichtet wurden. Die russischen Soldaten leisteten bei Angriffen des RDK kaum Widerstand, was auf eine geringe Kampfmoral hindeutet. Kapustin betonte, dass viele der Befragten nicht erklären könnten, wofür sie eigentlich kämpfen. Seine eindrückliche Schilderung:
'Ich frage sie: ‚Wofür kämpft ihr?‘ Und es gibt keine Antwort.' – Denis Kapustin
Finanzielle Anreize und deren Folgen für die Kampfkraft
Ein Grund für die Vertragsunterschriften dürfte das Gehalt von rund 200.000 Rubel in der russischen Armee sein. Kapustin merkte an, dass mit dem Geld oft 'Schulden, Kredite oder Unterhaltszahlungen beglichen' werden. Er vertrat die Ansicht, dass sich die Lage noch ändern könne, und äußerte die Überzeugung: 'Unseres Erachtens wird das Korps noch von sich reden machen.'
Hinzu kommt, dass die Abschaltung von Starlink das Gefechtsführungssystem der russischen Armee beeinträchtigt hat, was sich vermutlich ebenfalls auf die allgemeine Verfassung der Truppen an der Front auswirkt. Vor diesem Hintergrund ist der jüngste erfolgreiche Gegenangriff der ukrainischen Verteidigungskräfte in Richtung Saporischschja zu sehen, der die Bedeutung von Ausbildung und Motivation unter modernen Kampfbedingungen unterstreicht.
Die Ausführungen Kapustins deuten auf grundlegende Probleme innerhalb der russischen Streitkräfte hin, die deren operative Effektivität beeinträchtigen könnten. Die geringe Einsatzbereitschaft der Rekruten und ihre vorwiegend wirtschaftlichen Beweggründe stellen die Wirksamkeit militärischer Operationen infrage. Die aktuellen Entwicklungen, insbesondere die gelungenen ukrainischen Gegenoffensiven, zeigen deutlich, dass hohe Motivation und professionelle Vorbereitung kriegsentscheidende Faktoren sein können.
Lesen Sie auch
- Einberufung nach Kiew: Was über Saluschnys mögliche Präsidentschaftskandidatur bekannt ist
- Moskau plant offenbar Großangriff: Selenskyj ruft Ukrainer zur Wachsamkeit auf
- Trotz Unterdrückung: Krim-Bewohner mit pro-ukrainischer Haltung bleiben in ihrer Heimat
- Lubinets fordert Wiedereinführung von Telefonaten für Gefangene: Wann russische Kriegsgefangene wieder anrufen dürfen
- Ukrainische Drohnen legen russische Ölindustrie lahm: Kraftstoffmangel in weiten Teilen des Landes
- Neue Regeln für Waffenexporte: Wie viel Geld fließt in die ukrainische Rüstungsindustrie?

