Russische Drohne trifft Lwiw: Einschlag auf Spielplatz nahe Bandera-Denkmal.
Angriff auf die westukrainische Metropole
Nach Angaben von TSN.ua: Am 15. Januar 2023 griff eine russische Kampfdrohne die Stadt Lwiw an. Das unbemannte Flugobjekt schlug auf einem Kinderspielplatz ein, nur etwa 40 bis 50 Meter vom Denkmal für Stepan Bandera entfernt. Die Druckwelle der Explosion beschädigte Fenster in Gebäuden der Nationalen Universität "Lwiwer Polytechnik", einer örtlichen Schule und einem College. Auch die Bleiglasfenster der Kirche der Heiligen Olga und Elisabeth wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Als unmittelbare Folge der Attacke wurden die Straßen Metropolit-Andrij- und Šeptyckyj-Straße vorübergehend gesperrt. Trotz erheblicher Sachschäden gab es keine zivilen Opfer. Allerdings erlitt ein kommunaler Angestellter, der Traktorist Bohdan Dzyvinskyi, Verletzungen durch die Detonation. Er schilderte den Vorfall:
„Ich saß in der Fahrerkabine. Ich habe die Splitter gesehen, als es schon unter dem Traktor brannte. Es gab einfach einen roten Feuerschein und ich hatte das Gefühl, als wäre eine Tüte Glas vom zwölften Stock gefallen.“ - Bohdan Dzyvinskyi
Augenzeugen berichteten von ihren Erlebnissen. Eine Anwohnerin namens Marija sagte: „Ich stand in der Tür. Ich habe nur mit den Händen meinen Kopf bedeckt. Es zischte, dann kam der Knall und dann war alles vorbei.“ Eine andere Zeugin, Switlana, vermutete, das Denkmal selbst könnte das Ziel gewesen sein: „Sie haben den Spielplatz getroffen, aber wahrscheinlich haben sie auf Stepan gezielt.“
Betroffenheit und Forderungen nach Sicherheit
Bewohner des Viertels, wie etwa Olha, wandten sich nach dem Vorfall an die Stadtverwaltung. Sie forderten die Reparatur der beschädigten Häuser und mehr Sicherheit für die Region. Die Explosion und die Trümmer der Drohne sind eine weitere Mahnung an die ständige Bedrohungslage, der die Stadt ausgesetzt ist.
Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Gefahr durch unbemannte Luftfahrzeuge im Ukraine-Krieg und deren potenzielle Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Der Angriff auf Lwiw, das historisch als vergleichsweise sicherer Rückzugsraum im Westen des Landes gilt, könnte auf eine gezielte Strategie zur Destabilisierung auch dieser Region hindeuten. Die Instandsetzung der Infrastruktur und der Schutz der Bürger bleiben vordringliche Aufgaben für die lokalen Behörden.
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