Antikorruptionsstaatsanwaltschaft will Prozessverschleppung per Gesetz stoppen.
Gesetzesänderung soll endlose Verfahren verhindern
Nach Angaben von Novyny.live: Die ukrainische Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) hat der Regierung einen Gesetzesentwurf vorgelegt, um absichtliche Verzögerungen vor Gericht zu unterbinden. SAP-Chef Oleksandr Kravchenko kündigte an, dass die Änderungen darauf abzielen, die Verjährungsfristen für Straftaten ab dem Zeitpunkt der Anklageerhebung auszusetzen. Dies soll den Anreiz für die Verteidigung nehmen, Verfahren künstlich in die Länge zu ziehen.
„Die vorgeschlagenen Änderungen sollen als Sicherung dienen, die garantiert, dass eine Sache nach der Anklageerhebung auch zu einem Abschluss gebracht wird“, so Oleksandr Kravchenko.
Hohe Quote an folgenlosen Verfahren
Kravchenko verwies auf alarmierende Zahlen aus der Arbeit des Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU) und der SAP im zweiten Halbjahr 2025. Etwa 30 % der Strafverfahren in der Ukraine werden nach ihrer Einreichung beim Gericht ohne Konsequenzen eingestellt. Diese hohe Quote unterstreicht die Dringlichkeit einer Reform der Prozessordnung. In vielen Ländern gilt die Verzögerung von Verfahren als gängige Verteidigungsstrategie, um eine Verurteilung zu umgehen.
Die geplanten Neuregelungen könnten daher ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Korruption sein. Sie zielen nicht nur auf eine Beschleunigung der Verfahren, sondern auch auf eine Stärkung des öffentlichen Vertrauens in die Justiz. Eine erfolgreiche Umsetzung würde die Effektivität der Strafverfolgung erhöhen und die Zahl der folgenlosen Einstellungen deutlich senken.
Lesen Sie auch
- Ukraine plant Vergeltung: Selenskyj legt mit Militärspitze Reaktion auf russische Angriffe fest
- EU-Kommission nimmt Krypto-Dienstleister ins Visier: Neue Sanktionen gegen Russland geplant
- Neue Aufgaben für Umerow und Klymenko: Selenskyj legt frischen Kurs für den Nationalen Sicherheitsrat fest
- Ehemaliger ukrainischer Abgeordneter Demtschak an Kiew ausgeliefert – Behörden verstärken Rückholaktion von Verdächtigen
- Neue EU-Sanktionen gegen Russland: Das steckt im 21. Maßnahmenpaket
- Litauen wirft EU-Staaten vor, Sanktionen aus Eigennutz zu untergraben

