Ukrainischer Geheimdienst blieb Sitzung fern: Leiter könnte zwangsweise geladen werden.

Ukrainischer Geheimdienst blieb Sitzung fern: Leiter könnte zwangsweise geladen werden
Ukrainischer Geheimdienst blieb Sitzung fern: Leiter könnte zwangsweise geladen werden

Fehlende Vertreter des Geheimdienstes

Nach Angaben von Novyny.live: Bei einer Sitzung des Untersuchungsausschusses des ukrainischen Parlaments am 10. März waren keine Vertreter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) anwesend. Dies könnte zur Folge haben, dass der amtierende SBU-Leiter Jewgenij Chmara zwangsweise vorgeladen wird. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die besorgniserregende Aktivität anonymer Telegram-Kanäle.

Der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak, der die Sitzung leitete, erklärte die Abwesenheit der SBU-Vertreter mit einem kuriosen Vorwand. Demnach habe der Geheimdienst es nicht geschafft, eine bestimmte Seite auf der Webseite des Parlaments zu finden, die es seiner Aussage nach eigentlich gar nicht geben dürfte, die aber existiere.

„Wir erhielten eine Antwort, unterzeichnet vom amtierenden SBU-Leiter Jewgenij Chmara, in der er uns mitteilte, dass sie es mit dem gesamten SBU, der Kiewer Abteilung und dem Cyber-Department nicht geschafft hätten, die Seite des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu finden, die es nicht geben sollte, die es aber gibt. Daher hätten sie beschlossen, heute nicht zu kommen“,
so Schelesnjak.

Angekündigte Zwangsmaßnahmen

Für die nächste Sitzung kündigte der Ausschuss bereits konkrete Schritte an. So soll der amtierende Leiter der zuständigen Abteilung, Andrij Salenkow, gesondert eingeladen werden.

„Für die nächste Sitzung organisieren wir seine zwangsweise Anreise“,
fügte der Abgeordnete hinzu. Dies unterstreicht die Bedeutung des Themas und die Notwendigkeit, dass sich der Geheimdienst zu den anonymen Telegram-Kanälen und deren mutmaßlichen Betreibern erklärt. In der heutigen Zeit der hybriden Kriegsführung sind solche Kanäle ein zentrales Werkzeug für Desinformation und Manipulation der öffentlichen Meinung.

Die Diskussion im Ausschuss ging über die reine Kanalaktivität hinaus und behandelte auch die potenziellen Gefahren für die nationale Sicherheit. Die Weigerung des SBU, an der Sitzung teilzunehmen, wirft Fragen zur Kommunikation zwischen den Sicherheitsbehörden und dem Parlament auf. In einer Kriegssituation, in der gezielte Falschinformationen verheerende Folgen haben können, ist eine wirksame Kontrolle der Informationsflüsse von entscheidender Bedeutung. Das Fernbleiben des zuständigen Dienstes lässt Zweifel an dessen Entschlossenheit im Umgang mit dieser Bedrohung aufkommen.


Lesen Sie auch

Werbung