In München wird ein ehemaliger IS-Kämpfer angeklagt: Das Opfer berichtete über Folter und Sexualsklaverei.

In München wird ein ehemaliger IS-Kämpfer angeklagt: Das Opfer berichtete über Folter und Sexualsklaverei
In München wird ein ehemaliger IS-Kämpfer angeklagt: Das Opfer berichtete über Folter und Sexualsklaverei

Nach Angaben von ТСН: Ein jesidisches Mädchen, das in ihrer Jugend grausamer Gewalt ausgesetzt war, berichtete vor dem Münchener Gericht von den schrecklichen Ereignissen, die ihr im Alter von 12 Jahren widerfahren sind. Ihre Aussage fließt in den Prozess gegen zwei irakische Angeklagte ein, die beschuldigt werden, jesidische Mädchen gekauft, ausgebeutet und sexuell missbraucht zu haben.

Aussage des Opfers

Die 20-jährige Frau, eine der Opfer des sogenannten jesidischen Prozesses, gestand während ihrer Aussage, dass „ich von sechs Männern verkauft wurde“. Sie reagierte emotional, als sie den Angeklagten im Gerichtssaal sah, und konnte ihre Aussage unterbrechen, entschied sich aber, ihre Erlebnisse zwischen 2015 und 2017 im Irak, wo der Islamische Staat herrschte, weiter zu erzählen.

„Ich wurde von sechs Männern verkauft“, sagte sie vor Gericht.

Die Zeugin betonte, dass sie den Angeklagten nicht identifizieren konnte, da „ich sie nicht ansehen kann“. Laut Anklage begingen beide Angeklagten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch der Angeklagte hatte sichtlich Freude daran, das Opfer zu betrachten, nachdem er ihr den Schleier abgenommen hatte.

Aspekte der Gewalt

Das Opfer erinnerte sich, wie der Angeklagte sich über sie lustig machte und seinen Freunden sagte: „Kauf sie, sie wurde noch nicht vergewaltigt“. Sie berichtete auch, dass sie sexueller Gewalt ausgesetzt war und regelmäßig Schläge erlitt:

„Er nahm einen Stock und schlug mir auf die Fußsohlen… er zwang mich, mit ihm zu schlafen“, erinnerte sich das Gewaltopfer.

Während ihrer Aussage wurde die Frau mehrmals bewusstlos und fiel in Hysterie, als sie den Angeklagten sah. „Ich wollte sterben“, fügte sie hinzu und berichtete von den Details des erlittenen Missbrauchs.

Darüber hinaus hatte der Angeklagte während der Vergewaltigungen Musik angemacht, die sie „IS-Musik“ nannte. Das Opfer war gezwungen, Hausarbeit zu leisten, während sie nachts Gewalt ausgesetzt war. „Er ließ mich fühlen, dass ich ungläubig sei und dass das der Wille Gottes sei“, sagte die Zeugin.

Details des Falles

Die Mitangeklagte, die Partnerin des Mannes, war ebenfalls an den Verbrechen beteiligt, da sie angeblich dem Kind Make-up vor dem Geschlechtsakt auftrug. Die Jesiden, zu denen die Zeugin gehört, wurden seit 2014 von IS verfolgt, als radikale Kämpfer ihr Gebiet im Irak eroberten.

Tausende Männer wurden getötet, und Frauen und Kinder wurden Opfer sexueller Gewalt. Die Zeugin bemerkte auch, dass der Angeklagte zuvor ein anderes jesidisches Mädchen, das noch jünger war als sie, vergewaltigt hatte.

Das Ehepaar, das verdächtigt wird, Verbrechen begangen zu haben, lebte seit über zehn Jahren in München, reiste jedoch 2015 in den Irak, um sich den IS-Kämpfern anzuschließen. Nach ihrer Vertreibung im Jahr 2017 flohen die Angeklagten nach Deutschland, wo sie festgenommen wurden.

Dieser Fall zieht weiterhin die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Menschenrechtsorganisationen auf sich, die die Bedeutung aller Einzelheiten der Aussagen der Opfer für eine gerechte Untersuchung betonen. Angesichts des laufenden Verfahrens ist es wichtig, dass die Stimmen derer, die Gewalt erlebt haben, gehört und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.


Lesen Sie auch

Werbung