Keine Touristenvisa mehr: Slowakei stoppt Schengen-Anträge für Russen – wer noch einreisen darf.
Vorübergehender Stopp: Slowakei erteilt Russen keine Schengen-Touristenvisa mehr
Nach Angaben von Espreso.tv: Die Slowakei hat die Ausstellung von Schengen-Visa für russische Staatsbürger zu touristischen Zwecken vorerst eingestellt. Künftig können Russen nur noch Visa mit dem Reisegrund „Sport“ oder ein nationales slowakisches Visum beantragen. Bereits gebuchte Termine für Touristenvisa werden ab dem 1. Juli 2025 gestrichen. Damit reiht sich das Land in eine wachsende Zahl europäischer Staaten ein, die ihre Visapolitik gegenüber Russland überdenken.
Zahlen zur Visumvergabe
Im Jahr 2025 stellte die Slowakei insgesamt 1.149 Visa für russische Staatsangehörige aus. Zum Vergleich: Italien vergab über 161.000 Visa, Frankreich mehr als 156.000. Auch Griechenland lag mit rund 59.000 erteilten Visa weit vorne. Insgesamt erhielten russische Bürger 2025 genau 618.806 Schengen-Visa, wobei die Ablehnungsquote bei 6,4 Prozent lag.
Im Juni 2026 forderte ein Bündnis von elf EU-Staaten in einem gemeinsamen Schreiben strengere Visabeschränkungen für russische Touristen. Der französische Visumsdienstleister VFS Global wird ab dem 15. Juli 2026 keine Anträge von Dritten für Schengen-Visa mehr annehmen. Der spanische Anbieter BLS hat die Bearbeitungszeit auf 45 Tage verlängert, der italienische Dienstleister VMS sogar auf 60 Tage. Zudem hat Ungarn seit dem 29. Juni vorübergehend die Annahme von Schengen-Anträgen in den Städten Kasan, Samara und Ufa ausgesetzt.
Diese Anpassungen spiegeln die wachsenden Sicherheitsbedenken innerhalb der Europäischen Union wider. Der schwedische Politiker Johan Forssell brachte es auf den Punkt:
„Ich möchte keine Wochenend-Shopping-Trips mehr sehen.“
Seine Aussage verdeutlicht den Willen vieler EU-Staaten, den Zustrom russischer Reisender wirksamer zu kontrollieren. Die jüngsten Änderungen in der slowakischen Visapolitik sowie in anderen europäischen Ländern zeigen, dass der Trend zu verschärften Einreisebestimmungen für russische Bürger anhält. Als Reaktion auf die politische Lage und regionale Sicherheitsrisiken suchen die EU-Mitglieder nach Wegen, den Einfluss russischer Staatsangehöriger auf ihrem Hoheitsgebiet zu begrenzen – insbesondere durch Einschränkungen bei der Vergabe von Touristenvisa.
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