Sieben Kinder in Lwiw in Obhut genommen: Tuberkulose und Verbrühung lösten Eingriff aus.
Sozialdienst nimmt Kinder aus Großfamilie in Obhut
Nach Angaben von TSN.ua: In der Region Lwiw hat der Jugendwohlfahrtsdienst sieben Kinder aus einer kinderreichen Familie in Obhut genommen. Der Grund waren lebensbedrohliche Zustände: Bei dem jüngsten Kind, einem sechs Monate alten Säugling, wurde Tuberkulose diagnostiziert. Sein zweijähriger Bruder erlitt schwere Verbrühungen durch kochendes Wasser. Die Behörden hatten die Familie bereits seit dem vergangenen Jahr im Blick, ehe es zu diesem drastischen Schritt kam. Solche Maßnahmen werden nur ergriffen, wenn das Kindeswohl akut gefährdet ist.
Der Gesundheitszustand der Kinder gab Anlass zu größter Sorge. Die Kinderchirurgin Larissa Schewtschenko schilderte, der zweijährige Junge habe sich in einem mittelschweren Zustand mit starken Schmerzen und Schwellungen befunden. Die Eltern suchten erst einen Tag nach dem Unfall ärztliche Hilfe auf. Die Lebensumstände der Familie wurden als völlig unzureichend beschrieben. Die Staatsanwältin des Bezirks Schowkwa, Marta Smichura-Skalska, bestätigte, dass alle sieben Kinder zusammen mit den Eltern in einem einzigen Zimmer lebten – Bedingungen, die sie als entsetzlich bezeichnete.
Die Perspektive der Eltern und die Reaktion der Behörden
Der Vater der Kinder, Iwan Budsan, zeigte sich besorgt über die Entwicklung:
„Das ist das erste Mal, dass wir im Krankenhaus gelandet sind. Gegen vier Uhr nachts hat das Kind plötzlich nichts mehr gegessen. Davor ging es ihm perfekt.“ - Iwan Budsan
Den Unfall seines Sohnes schilderte er so: „Der Ältere hat sich einen Cappuccino gemacht, die Tasse auf den Nachttisch gestellt und mit kochendem Wasser aufgegossen. Der Kleine ist dann einen Schritt gegangen, hat den Deckel berührt und sich übergossen.“
Natalija Klymko, die Leiterin des Kinder- und Jugenddienstes, begründete die Inobhutnahme mit den unhaltbaren Wohnverhältnissen und den Verletzungen der Kinder. Sie verwies darauf, dass die Mutter mit dem Säugling im Krankenhaus gewesen sei: „Der Vater konnte sich nicht um alle kümmern, das Kind hat sich verbrüht. Das nächste landete dann auch im Krankenhaus.“
Die älteren Kinder sind vorläufig in einer Jugendeinrichtung untergebracht. Der Vater Iwan Budsan betonte, niemand halte ihn für einen schlechten Vater und kündigte Verbesserungen an:
„Jetzt kommen die Handwerker, wir werden spachteln, malen, Türen wechseln, Nachttische.“ - Iwan Budsan
Der letzte Besuch des Sozialdienstes bei der Familie fand im Dezember statt; die Lage war somit den Behörden bekannt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die schwierige Situation mancher Großfamilien und die Gratwanderung der Jugendämter zwischen Unterstützung und Schutzauftrag.
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