Tat im Prager Tram: Fahrer wegen Angriffs auf ukrainische Familie verurteilt.
Urteil nach aggressivem Vorfall im Straßenbahnverkehr
Nach Angaben von TSN.ua: Ein Gericht in Tschechien hat den Straßenbahnfahrer Daniel Bejvl wegen eines rüden Übergriffs auf ukrainische Fahrgäste schuldig gesprochen. Die Strafe: 200 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Vorfall ereignete sich Ende Februar 2022 in einem Prager Stadtbezirk, als ein älteres Ehepaar aus der Ukraine und dessen Enkel Opfer der Aggression des Fahrers wurden.
So eskalierte die Situation
Auslöser war das Verhalten des Kindes im Kinderwagen, was den Fahrer provozierte. Er fing an, die Passagiere anzuschreien und beschuldigte sie, die Bahn verschmutzt zu haben. Andere Fahrgäste versuchten während des Vorfalls, die Lage zu beruhigen. Eines der Opfer schilderte später:
„Andere Fahrgäste rieten uns, nicht auszusteigen. Aber wir entschieden uns dafür, weil das Kind sehr verängstigt war und weinte.“
Das Gericht verhängte nicht nur Arbeitsstunden, sondern verpflichtete den Mann auch zur Teilnahme an einem Resozialisierungsprogramm. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine härtere Strafe gedrängt, die bis zu fünf Monate Haft hätte bedeuten können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Der Fall löste eine breite öffentliche Debatte aus, da er Fragen zum Umgang mit Zuwanderern und zur Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr aufwirft. Solche Konflikte sind in Tschechien ein sensibles Thema, zumal das Land seit Beginn des Krieges eine große Zahl ukrainischer Geflüchteter aufgenommen hat. Die richterliche Entscheidung setzt ein Zeichen dafür, wie das Rechtssystem auf derartige Aggressionen im öffentlichen Raum reagiert, und könnte für künftige Fälle wegweisend sein.
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