Gericht in Russland ordnet Namensrücknahme an: Aus Jesus Christus wird wieder Jewgeni Tschekulajew.
Einwohner von Kasan muss seinen ursprünglichen Namen wieder annehmen
Nach Angaben von TSN.ua: Ein Gericht in Russland hat einen Mann aus Kasan dazu verpflichtet, seinen vor über zehn Jahren aus religiösen Gründen angenommenen Namen abzulegen. Auf Klage des örtlichen Staatsanwalts Ildar Ismagilow hin muss der als Jesus Petrowitsch Christus bekannte Mann künftig wieder unter seinem Geburtsnamen Jewgeni Petrowitsch Tschekulajew geführt werden. Das russische Justizministerium hatte zuvor festgestellt, dass eine solche Namensänderung gesetzlich unzulässig ist. Diese Vorschriften sind Teil einer strengen Namensregulierung, die in Russland gilt.
Ein Leben zwischen Trauma und Gesetzeskonflikten
Die Biographie des Mannes ist von Brüchen geprägt. Nach einer schweren Schädel-Hirn-Verletzung im Jahr 2010 änderte sich sein Leben grundlegend. Mehrfach geriet er wegen Straftaten wie Raub und Diebstahl ins Visier der Behörden. Seit 2014 steht er zudem bei einem Narkologen unter präventiver Beobachtung, was auf gesundheitliche und soziale Probleme hindeutet.
Seine rechtlichen Schwierigkeiten haben sich zuletzt weiter zugespitzt: Im Dezember 2025 erhielt er eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen fingierter Registrierung von Migranten. Dabei hatte er 45 Personen illegal an seiner Adresse angemeldet. Das aktuelle Urteil zur Namensrückgabe ist ein weiterer Schritt in einer langen Reihe juristischer Auseinandersetzungen. Der Fall zeigt die weitreichenden Konsequenzen, die eine nicht anerkannte Namensänderung in Russland haben kann – insbesondere für Menschen, die versuchen, nach persönlichen Krisen einen Neuanfang zu wagen.
Die Geschichte illustriert die Spannungen zwischen individuellen Glaubensüberzeugungen und staatlichen Regulierungsansprüchen. Während der Mann seinen Namen aus religiöser Überzeugung änderte, sieht der Staat darin einen Verstoß gegen geltendes Recht. Solche Entscheidungen dienen auch dem Zweck, Betrug und anderen Straftaten vorzubeugen, die mit falschen Identitäten begangen werden könnten.
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