Ältestes Grab Großbritanniens: Dreijähriges Mädchen aus der Steinzeit entdeckt.
Eine archäologische Sensation in Nordengland
Nach Angaben von TSN.ua: Im nordenglischen Cumbria haben Archäologen das bislang älteste menschliche Grab auf britischem Boden entdeckt. Es stammt aus der frühen Mittelsteinzeit und ist etwa 11.000 Jahre alt. Die sterblichen Überreste eines kleinen Mädchens im Alter von 2,5 bis 3,5 Jahren wurden in der Höhle von Heaning Wood Bone geborgen. Dieser Fund liefert einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis der Lebensweise in der britischen Mittelsteinzeit, einer Zeit der Jäger und Sammler.
Die auf 9290–8925 v. Chr. datierte Bestattung ist das drittälteste mesolithische Grab in Nordwesteuropa. Bislang galt eine etwa 10.000 Jahre alte Entdeckung aus der Kent's Bank Höhle als die älteste in der Region. Das Kind, das den Namen 'Ossi Lass' erhielt, ist Teil einer vielschichtigen Bestattungsgeschichte derselben Höhle. Dort fanden sich mindestens acht Individuen, die in drei klar getrennten Epochen beigesetzt wurden:
- vor etwa 11.000 Jahren (frühe Mittelsteinzeit)
- vor rund 5.500 Jahren (frühe Jungsteinzeit)
- vor etwa 4.000 Jahren (frühe Bronzezeit)
Ein Fenster in die steinzeitliche Kultur
Die systematischen Ausgrabungen in Heaning Wood Bone begannen 2016 und wiesen schnell auf eine sorgfältig angelegte Grabstätte hin. Dieser Fund stellt bisherige Annahmen über die frühe Besiedlungsgeschichte Britanniens infrage und unterstreicht die kulturelle Bedeutung der Region Cumbria. Die fortlaufenden Untersuchungen versprechen neue Einblicke in die sozialen Strukturen und Rituale der steinzeitlichen Gemeinschaften.
Die Bedeutung der Entdeckung reicht über die reine Archäologie hinaus. Die Analyse der Knochen und eventueller Grabbeigaben könnte Aufschluss darüber geben, wie unsere Vorfahren miteinander lebten und ihre Umwelt wahrnahmen. Die weitere Erforschung dieser Fundstätte hat das Potenzial, unser Bild von der kulturellen Entwicklung auf den britischen Inseln grundlegend zu erweitern.
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