Polen streicht kostenlose Unterkünfte für Flüchtlinge: Wer ist betroffen?.

Polen streicht kostenlose Unterkünfte für Flüchtlinge: Wer ist betroffen?
Polen streicht kostenlose Unterkünfte für Flüchtlinge: Wer ist betroffen?

Neue Regelungen für Flüchtlingsunterkünfte in Polen

Nach Angaben von Espreso.tv: Seit dem 1. Juli 2023 hat Polen die Zahl der Personen reduziert, die in Flüchtlingszentren kostenlos wohnen dürfen. Diese Änderung betrifft vor allem Ukrainer, die bereits im Land arbeiten. Laut Karolina Gałecka

„arbeitet die Mehrheit der Ukrainer in Polen bereits, weshalb die spezielle Hilfe ‚sich faktisch überholt hat‘“
. Nach den neuen Bedingungen haben nur noch folgende Gruppen Anspruch auf kostenlose Unterbringung:

  • Menschen mit Behinderungen;
  • Rentner ohne polnische Rente und ohne Familie in Polen;
  • schwangere Frauen.

Bis zum 1. Juli 2023 erhielten rund 11.000 Menschen diese Unterstützung, darunter etwa die Hälfte Kinder. Die neuen Einschränkungen führen jedoch dazu, dass rund 40 % der aktuellen Bewohner die Unterkünfte verlassen müssen – vor allem alleinerziehende Mütter. Ein Beispiel ist Frau Julia, die ihr siebtes Kind erwartet und nun die finanzielle Hilfe für ihre sechs weiteren Kinder verliert. Eine andere Bewohnerin, Frau Mira, hat fünf Kinder, arbeitet für den Mindestlohn und kann sich keine Mietwohnung leisten.

Bedenken zu den Folgen der neuen Beschränkungen

Der polnische Bürgerrechtsbeauftragte Marcin Wiącek hat das Ministerium für Familie, Arbeit und Sozialpolitik aufgefordert, die Auswirkungen der neuen Regelungen zu prüfen. Er äußerte die Sorge, dass diese Änderungen

„die Lebenssituation von Menschen unter vorübergehendem Schutz verschlechtern und das Risiko von Obdachlosigkeit erhöhen könnten“
. Die Ministerin für Familie, Agnieszka Dziemianowicz-Bąk, versicherte hingegen, dass „schutzbedürftige Gruppen weiterhin kostenlos wohnen können und werden“.

Diese politischen Anpassungen könnten die soziale Lage in Polen spürbar verändern, da viele Ukrainer, die vor dem Krieg geflohen sind, bereits in die lokale Wirtschaft integriert sind. Die Reduzierung der Anspruchsberechtigten für kostenlosen Wohnraum erhöht das Risiko sozialer Spannungen und Obdachlosigkeit, insbesondere unter besonders verletzlichen Gruppen wie alleinerziehenden Müttern. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung weiter vorgeht und welche konkreten Auswirkungen dies auf das Leben der Flüchtlinge in Polen haben wird.


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