20-Prozent-Lücke bei Benzin: Warum Russland trotz steigender Preise kaum noch Treibstoff hat.
Versorgungskrise an Russlands Tankstellen
Nach Angaben von UATV: Die russische Benzinversorgung klafft um rund 20 Prozent auseinander. Grund dafür sind massive Probleme in den Lieferketten. Nach Angriffen ukrainischer Drohnen auf russische Raffinerien fehlen dem Land monatlich etwa 350.000 bis 400.000 Tonnen Benzin. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die üblichen Lösungswege versperrt sind. Während Russland im Vorjahr noch 250.000 Tonnen Benzin pro Monat importierte, benötigt es jetzt zwischen 400.000 und 500.000 Tonnen monatlich, um den heimischen Bedarf zu decken.
Wirtschaftliche Folgen
Der Ökonom Oleg Pendzin betont, dass die offiziellen Preisanstiege für Kraftstoff nicht die tatsächliche Lage an den Zapfsäulen widerspiegeln.
„Die offizielle Statistik führt in die Irre: Ein Preisanstieg auf dem Papier bedeutet nicht, dass der Sprit auch verfügbar ist“ - Oleg Pendzin.Pendzin wies zudem darauf hin, dass die Logik der Marktpreisbildung Käufer und Verkäufer voraussetzt, was unter den aktuellen Umständen jedoch schwierig sei.
Derzeit liegt der Preis für ein Barrel der Sorte Brent bei 70 US-Dollar, während Urals mit 60 US-Dollar gehandelt wird. Oleg Pendzin erklärte, dass
„Russland zu steigenden Preisen für Mineralölprodukte verdammt ist“und beschrieb die wirtschaftliche Gesamtlage des Landes als „äußerst kompliziert“. Zusammenfassend stellte der Experte fest, dass die Situation auf dem Kraftstoffmarkt nach den Verlusten durch die ukrainischen Drohnenangriffe, die etwa 35 bis 40 Prozent der russischen Ölverarbeitung zerstört haben, weiterhin äußerst angespannt bleibt. Diese Entwicklung zeigt, wie sehr die Treibstofflücke die russische Wirtschaft unter Druck setzt.
Die Benzinknappheit in Russland verdeutlicht die schwerwiegenden Herausforderungen, denen sich das Land im Zuge des anhaltenden Krieges und der zunehmenden Angriffe auf die Infrastruktur gegenübersieht. Der wachsende Bedarf des Inlandsmarktes, gepaart mit dem Rückgang der Raffineriekapazitäten, könnte zu einem weiteren Preisanstieg bei Kraftstoffen führen, was die gesamte Volkswirtschaft belasten würde. Da auch die Möglichkeit fehlt, die benötigten Mengen zu importieren, wird die Krise weiter verstärkt, was die Marktstabilität und die Verfügbarkeit von Energie für die Verbraucher gefährdet.
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