Ungarn legt EU-Sanktionen auf Eis: Öltransit durch Ukraine als Bedingung.
Blockade im EU-Sanktionsprozess
Nach Angaben von TSN.ua: Die ungarische Regierung droht damit, das 20. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland zu blockieren. Als Bedingung für eine Zustimmung fordert sie von der Ukraine die Wiederaufnahme der Öllieferungen durch die Pipeline 'Druschba'. Außenminister Péter Szijjártó bekräftigte diese Haltung mit deutlichen Worten:
«Ungarn wird es blockieren. Solange die Ukraine den Öltransit nach Ungarn und in die Slowakei über die 'Druschba'-Pipeline nicht wieder aufnimmt, werden wir keine für Kiew wichtigen Entscheidungen zulassen» - Péter Szijjártó.
Die Angelegenheit soll bereits auf der für morgen geplanten Sitzung des EU-Außenministerrates zur Sprache kommen. Ungarn hatte zuvor bereits ein Kreditpaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockiert. Dieser Kredit war am 18. Dezember 2025 vom Europäischen Rat gebilligt und von der EU-Kommission am 14. Januar 2026 vorgelegt worden.
Innenpolitische Faktoren und außenpolitische Folgen
Die innenpolitische Lage in Ungarn spielt bei dieser Positionierung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Am 12. April stehen dort Parlamentswahlen an, was die Regierung unter Druck setzen und ihre außenpolitischen Manöver beeinflussen könnte. Die Haltung Ungarns zu Russland-Sanktionen und zur Ukraine-Hilfe bleibt daher äußerst angespannt.
Der Streit um den Öltransit belastet die Beziehungen zwischen Ungarn, der Ukraine und der EU erheblich. Die Blockadehaltung Budapests wird vielfach als Versuch gewertet, die eigene Verhandlungsmacht als Druckmittel einzusetzen. Dies gefährdet die mühsam errungene Geschlossenheit der EU in der Russland-Politik. Kurz vor den Wahlen scheint die ungarische Führung innenpolitische Signale setzen zu wollen, was die gesamteuropäische Solidarität auf eine harte Probe stellt.
Lesen Sie auch
- Energiesicherheit in Gefahr: Budapest wirft Kiew Angriffe auf die „Türkische Pipeline“ vor
- Sibiga verurteilt Szijjártós Berichterstattung an den Kreml als „widerlich“
- Leaked Calls Reveal Hungarian Minister Shared EU Sanctions Data with Russia’s Lavrov
- Budapest fordert Ende der EU-Sanktionen gegen russische Oligarchen: Szijjártó sucht direkten Draht zu Lawrow
- EU-Geheimnisse nach Moskau durchgestochen: Budapest erzwingt möglicherweise neue Abstimmungsregeln
- Brüssel fordert Aufklärung: Ungarns Außenminister soll EU-Geheimgespräche an Lawrow weitergegeben haben

