Ungarn blockiert die Öffnung aller Verhandlungskapitel für den EU-Beitritt der Ukraine.
Fortschritt bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine
Nach Angaben von Espreso.tv: Laut dem ukrainischen Diplomaten Iwan Nahornjak wurden bereits das erste und das sechste Verhandlungskapitel zwischen der Ukraine und der Europäischen Union eröffnet. Doch Ungarn unter Ministerpräsident Viktor Orbán verweigerte seine Zustimmung zur Öffnung aller Kapitel. Die Beitrittsgespräche mit der Ukraine und der Republik Moldau laufen weiter; das erste Kapitel wurde am 15. Juni offiziell gestartet.
Bereits im März hatte der Europäische Rat grünes Licht für die Eröffnung sämtlicher Verhandlungskapitel gegeben. Allerdings blockierte Ungarn unter Orbán diese Entscheidung. Immerhin konnte die Ukraine im Juni das erste Kapitel sowie das sechste Kapitel, das die Außenbeziehungen betrifft, eröffnen.
Am 8. Juni reiste die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos nach Kiew. Nur wenige Tage später, am 12. Juni, verkündete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Zustimmung zur Aufnahme des ersten Verhandlungskapitels für die Ukraine und Moldau. Die offizielle Eröffnung dieses als „Grundlagen“ bekannten Kapitels erfolgte dann am 15. Juni im Rahmen einer Regierungskonferenz. Noch am selben Tag gaben alle EU-Mitgliedstaaten ihr formelles Einverständnis.
Dennoch blockierte Ungarn einen entscheidenden Schritt hin zur Öffnung der übrigen Kapitel in den Beitrittsverhandlungen. Nahornjak erklärte dazu:
„Es wurde im Grunde betont, dass sobald die politischen Möglichkeiten gegeben sind, alle Verhandlungskapitel geöffnet werden müssen.“Er fügte hinzu:
„Offenbar hatte man erwartet, dass alle Kapitel auf einmal geöffnet werden. Das wäre ein großer Erfolg für die ukrainische Diplomatie gewesen. Doch einige Mitgliedstaaten haben sich dafür entschieden, diesen Prozess in die Länge zu ziehen – möglicherweise sogar bis zum Jahresende.“
Politische Hürden und diplomatische Bemühungen
Die Eröffnung der Verhandlungskapitel zwischen der Ukraine und der EU bleibt somit ein zentrales Thema – trotz der Schwierigkeiten, die durch Ungarns ablehnende Haltung entstehen. Für die Ukraine ist jeder geöffnete Kapitel ein Schritt näher an die EU-Integration, doch der Widerstand aus Budapest zeigt, wie sehr geopolitische Interessen den Prozess verlangsamen können.
Die Verhandlungskapitel sind ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Ukraine in die Europäische Union. Die ungarische Blockade verdeutlicht jedoch, dass politische Barrieren den Fortschritt behindern. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage ist es für die Ukraine umso wichtiger, weiterhin auf diplomatischem Weg Kompromisse mit den EU-Mitgliedstaaten zu suchen, um die Verhandlungen voranzutreiben.
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