EU-Freigabe von 6,6 Milliarden Euro für die Ukraine: Budapest gibt Blockade auf – Gelder fließen in Patriot-Systeme.
Ungarn lenkt ein: Milliardenhilfe aus dem Europäischen Friedensfonds freigegeben
Nach Angaben von Espreso.tv: Am Montag gab der ungarische Botschafter im Politischen und Sicherheitskomitee des EU-Rats bekannt, dass Budapest sein Veto gegen Zahlungen aus dem Europäischen Friedensfonds aufgehoben hat. Damit wird der Weg frei für dringend benötigte finanzielle Unterstützung der Ukraine. Die Regierung von Ministerpräsident Péter Mágyar beendet damit eine zweijährige Blockade, die unter Viktor Orbán verhängt worden war.
Der Europäische Friedensfonds erstattet den Mitgliedstaaten rund 40 Prozent der Kosten für Waffenlieferungen an die Ukraine. Durch Ungarns jahrelange Blockade hatte sich ein Rückstand von über 40 Milliarden Euro an ausstehenden Zahlungen angehäuft. Mit der Aufhebung des Vetos werden nun 6,6 Milliarden Euro an Erstattungen freigegeben; weitere Mittel sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte die EU-Staaten auf, die freigegebenen Gelder gezielt für den Kauf von Patriot-Flugabwehrsystemen zu verwenden – ein klares Signal der Unterstützung im Abwehrkampf gegen Russland.
Fortschritte bei EU-Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau
Darüber hinaus signalisierte Ungarn seine Bereitschaft, auch sein Veto gegen die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau aufzugeben. Der Start dieser Gespräche ist für den 15. Juni vorgesehen. Parallel dazu einigte sich Budapest mit der EU-Kommission auf die Freigabe von 16,4 Milliarden Euro an eingefrorenen EU-Mitteln. Für die kommende Woche ist auf Zypern ein informelles Treffen der EU-Verteidigungsminister geplant.
Mit diesem Schritt untermauert die EU ihre Geschlossenheit in Sicherheitsfragen und sendet ein starkes Signal der Solidarität an die Ukraine im anhaltenden Krieg gegen Russland.
Die Zahlungen aus dem Europäischen Friedensfonds sichern nicht nur die finanzielle Unterstützung Kiews, sondern stärken auch das gemeinsame sicherheitspolitische Auftreten der Europäischen Union. Die Perspektive einer EU-Mitgliedschaft für die Ukraine und Moldau könnte zudem als zusätzlicher Anreiz für dringende Reformen in beiden Ländern wirken und ihre Integration in europäische Strukturen weiter vorantreiben.
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