Streit um UPA-Ehrung: Polen droht Selenskyj mit Aberkennung höchster Auszeichnung.

Streit um UPA-Ehrung: Polen droht Selenskyj mit Aberkennung höchster Auszeichnung
Streit um UPA-Ehrung: Polen droht Selenskyj mit Aberkennung höchster Auszeichnung

Verschärfung im ukrainisch-polnischen Konflikt

Nach Angaben von Espreso.tv: Ein neuerlicher Streit zwischen der Ukraine und Polen hat sich entzündet, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj am 26. Mai per Dekret einem Spezialeinheiten-Zentrum der Streitkräfte den Ehrennamen „der Helden der UPA“ verlieh. Das Zentrum für Spezialoperationen „Nord“ der ukrainischen Spezialkräfte trägt nun diesen umstrittenen Zusatz. Das polnische Außenministerium protestierte umgehend scharf gegen diese Entscheidung, was zu politischen Verstimmungen und Warnungen polnischer Spitzenpolitiker führte.

Am 29. Mai kündigte der polnische Präsident Karol Nawrocki an, Wolodymyr Selenskyj die höchste polnische Auszeichnung entziehen zu wollen. Dieser Schritt gilt als deutliches Signal für eine weitere Eskalation zwischen den beiden Nachbarländern. Am 2. Juni forderte der stellvertretende Marschall des polnischen Sejms, Krzysztof Bosak, die Blockade des EU-Beitritts der Ukraine – ein Hinweis auf die Schwere der Auseinandersetzung.

Politische Stellungnahmen und ihre Tragweite

Der polnische Oppositionsführer Donald Tusk erklärte am 5. Juni bei einer Sitzung, dass die Verantwortung für eine Lösung des Konflikts zwischen Kiew und Warschau allein bei der ukrainischen Seite liege.

„Wenn wir uns um die Vergangenheit streiten, gewinnt jemand anderes die Zukunft“ – Donald Tusk
Auch der bekannte ukrainische Journalist Vitali Portnikow äußerte sich dazu: „Die Frage ist, wie sich dies auf die bilateralen Beziehungen auswirkt.“

Am 20. Juni bezog Präsident Selenskyj selbst Stellung zu Nawrockis Ankündigung, ihm den Orden des Weißen Adlers zu entziehen. Er teilte mit, die Auszeichnung bereits an das polnische Staatsoberhaupt zurückgeschickt zu haben.

„Der ukrainische Präsident muss das endlich verstehen“ – Donald Tusk
Die Anspannung zwischen der Ukraine und Polen bleibt damit auf hohem Niveau, und die Äußerungen beider Seiten unterstreichen die Ernsthaftigkeit der Lage sowie mögliche Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen.

Um die aktuelle Eskalation einordnen zu können, ist der historische Hintergrund unerlässlich: Die Erinnerung an die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und die Rolle der UPA sind in beiden Ländern äußerst sensibel und prägen bis heute politische Entscheidungen sowie die öffentliche Meinung. Eine weitere Verschärfung des Konflikts könnte nicht nur die bilateralen Beziehungen belasten, sondern auch gemeinsame außenpolitische Ziele gefährden – insbesondere die angestrebte Integration der Ukraine in die Europäische Union.


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