Medikamentenmangel in der Ukraine: Krebspatienten und Kinder mit Epilepsie sind auf ausländische Bezugsquellen angewiesen.
Arzneimittelknappheit in der Ukraine: Schicksale Betroffener und Aussagen von Verantwortlichen
Nach Angaben von Novyny.live: In der Ukraine herrscht ein gravierender Mangel an Medikamenten, der besonders Patienten mit Krebserkrankungen, seltenen Leiden und Epilepsie trifft. Die Versorgungslücke zwingt viele dazu, ihre benötigten Präparate im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt zu beschaffen. Ein Beispiel ist Alissa, deren 11-jährige Tochter Vera an einer schweren Form von Epilepsie leidet. Das Mädchen ist täglich auf krampflösende Mittel angewiesen. Aufgrund der Knappheit muss die Familie diese Arzneien nun im Ausland kaufen – zu einem Preis, der viermal höher liegt als in der Heimat.
Auch Krebspatienten berichten von erheblichen Engpässen bei Mitteln für Chemotherapie und zielgerichtete Behandlungen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da der Staat jährlich Milliarden Griwna für den Medikamenteneinkauf ausgibt. Laut dem staatlichen Unternehmen „Medizinische Beschaffung der Ukraine“ sind die Lieferunterbrechungen auf die Folgen des Krieges und zerstörte Logistikketten zurückzuführen, was die Lage zusätzlich erschwert.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Ein weiteres Problem ist das Fehlen eines vollständigen Registers für Krebspatienten, was die Kontrolle der Behandlung und des Medikamentenzugangs behindert. Als Reaktion darauf wurden 778 Präparate in die Liste der „Verfügbaren Medikamente“ aufgenommen, die per elektronischem Rezept erhältlich sind. Dennoch löst dies nicht alle Schwierigkeiten, mit denen die Patienten konfrontiert sind.
Alissa erklärt: „Wir kaufen die Medikamente praktisch auf dem Schwarzmarkt. Aber das ist der einzige Weg, das Leben meiner Tochter zu retten.“
Diese Situation verdeutlicht den dringenden Reformbedarf im ukrainischen Gesundheitswesen, um die Versorgung der Patienten mit lebenswichtigen Arzneien sicherzustellen.
Die Medikamentenknappheit in der Ukraine wird besonders unter den Bedingungen des Krieges, der Lieferungen und Logistik erschwert, zu einem immer akuteren Problem. Das Fehlen notwendiger Präparate gefährdet nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern erfordert auch rasche Reformen im Gesundheitssystem. Bisher können die staatlichen Bemühungen, die Zahl der verfügbaren Arzneien über elektronische Rezepte zu erhöhen, nicht alle Hürden ausgleichen, denen Ukrainer bei der Behandlung schwerer Krankheiten gegenüberstehen. Die Reaktion der Behörden und weitere Schritte in diesem Bereich könnten die Gesundheit Tausender Menschen im ganzen Land maßgeblich beeinflussen.
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